Samstag, 1. März 2008

Hagara/Steinacher segeln nach China:
Lösen Olympia-Ticket für Spiele in Peking

  • Focus der Doppel-Olympiasieger gilt wieder China
  • Auckland: Sturm verhindert Wettfahrt am Schlusstag

Die elfjährige Erfolgsstory von Österreichs Tornado-Doppel-Olympiasiegern Roman Hagara und Hans Peter Steinacher findet dank einer weiteren Punktlandung im kommenden August auf chinesischen Gewässern ihren finalen Höhepunkt. Der Wiener Steuermann und sein Salzburger Vorschoter schafften mit Platz elf bei der WM der schnellsten olympischen Bootsklasse an der Takapuna Beach vor Auckland die Qualifikation für die Sommerspiele in Peking.

Wegen heftiger Sturmböen jenseits der seglerischen Schmerzgrenze war am Schlusstag keine Wettfahrt mehr möglich. Deshalb war der Zwischenstand nach acht Wettfahrten identisch mit dem Endergebnis. WM-Gold ging an die Australier Darren Bundock und Glen Ashby, die auch in Peking zu den Topfavoriten zählen werden. Die weiteren Medaillen sicherten sich die Kanadier Oskar Johansson/Kevin Stittle sowie die Franzosen Yann Guichard/Alexandre Guyader.

Neben den Kanadiern und Österreichern holten auch noch die neuseeländischen Gastgeber sowie die Ukrainer einen der letzten vier Quotenplätze für Peking 2008. "Wenn man bedenkt, dass bei den letzten beiden Weltmeisterschaften von 16 Wettfahrten gerade einmal in einer Leichtwind wehte, kann man durchaus sagen, dass wir das Beste aus der Situation gemacht haben", blickte Steinacher zufrieden in den WM-Rückspiegel. "Wir waren in keiner Phase verunsichert und wissen, dass die Arbeit jetzt erst richtig los geht", fügte der Zeller hinzu.

"Hatten enormen Druck"
"Wir haben nicht nur die Quali geschafft, sondern auch die letzte Wettfahrt vor Olympia, an der alle qualifizierten Nationen teilgenommen haben für uns entschieden. Das wird einigen sehr zu denken geben", betonte Hagara. "Die letzten Monate, Wochen und vor allem die letzten Tage hatten wir einen enormen Druck. Wir selbst haben aber immer an eine erfolgreiche Qualifikation geglaubt und vor allem nach der Kenterung in der vorletzten Wettfahrt am Freitag wie Champions reagiert."

Die kollektive Erleichterung im OESV-Lager war nach der geschafften Olympia-Quali spürbar, auch Sportdirektor Georg Fundak, seit der Teamgründung 1997 an der Seite der beiden Ausnahmesegler, sprach von einer sehr guten WM-Leistung. "Wer so lange in der absoluten Weltspitze mitmischt, mehr noch, diese kontrolliert, muss mit seiner Energie haushalten. Unser Focus war immer auf die Olympischen Spiele gerichtet, dort müssen Roman und Hans Peter ihre bestmögliche Form abrufen und genau darauf arbeiten wir hin", erklärte der ehemalige ungarische Segel-Olympiateilnehmer.

Zum jetzigen Zeitpunkt habe man laut Fundak deshalb das Optimum herausgeholt, "wir wussten, dass diese Weltmeisterschaft kein Spaziergang wird". Mensch wie Material wurden vor Auckland einer harten Prüfung unterzogen, weder eine schmerzhafte Handverletzung von Steinacher, noch eine Kenterung brachte die österreichischen Leichtwindspezialisten vom Olympiakurs ab.

Zwei Mal im Goldrausch
In Sydney 2000 gelang mit Steinacher die erste olympische Machtdemonstration, vier Jahre später folgte in Athen mit einem im Vergleich zu Australien total veränderten Tornado (Doppeltrapez, Gennaker) der zweite Goldrausch. In Peking wollen Österreichs erfolgreichste Sommersportler nun ihre olympische Karriere mit einem weiteren Erfolg ausklingen lassen.

Für den definitiv letzten Tornado-Kraftakt, müssen beide laut Fundak nun "jede Minute der kommenden Monate Segeln leben, um am Tag X ihre Bestform ausspielen zu können. Was dabei herauskommt bleibt abzuwarten, wir werden aber perfekt vorbereitet nach China reisen."

(apa/red)

1.3.2008 13:30