Montag, 25. Februar 2008

Erfolge würden für zwei Saisonen reichen:
Toni Innauer mit Springern hochzufrieden

  • Adler verursachten beim Sportdirektor Gänsehaut
  • Schlierenzauer soll weiter langsam aufgebaut werden

Mit dem doppelten Titelgewinn bei der Skiflug-WM haben die ÖSV-Springer in grandioser Manier auch ihr letztes Saisonziel erfüllt. "Das reicht an sich für zwei Saisonen, was unser Team zusammengebracht hat", meinte Sportdirektor Toni Innauer anerkennend. So wie die "Adler" den Einzelbewerb in Oberstdorf gedreht und sich dann mit ihren Leistungen gegenseitig hinaufgeschaukelt hätten, das habe bei ihm selbst Gänsehaut verursacht, gab Innauer zu.

Als Team, in unterschiedlicher Zusammensetzung, haben die Schützlinge von Cheftrainer Alexander Pointner bei Großereignissen seit 2005 fünfmal triumphiert. Ein Duo ragt aber derzeit heraus. Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern hat sich nach zehn Saisonerfolgen vorzeitig die Kristallkugel gesichert, Gregor Schlierenzauer avancierte mit 18 Jahren zum jüngsten und doppelten Skiflug-Champion.

Dass zwei ÖSV-Springer einander zu Höchstleistungen treiben, hat es schon früher gegeben. Toni Innauer und Karl Schnabl, Armin Kogler und Hubert Neuper sowie Ernst Vettori und Andreas Felder sind die besten Beispiele. Diese neuerliche Konstellation sieht Innauer als Kraftquelle. "Es ist aber etwas, das man kultivieren muss. Es bedarf täglicher Arbeit der Trainer, um das in richtige Kanäle zu bringen", erklärte Innauer.

"Dass so ein schönes Bild auftaucht, ein Kunstwerk, da spielen die Ausbildung, Strukturen, aber auch Glück mit", betonte der ÖSV-Sportdirektor. Nach dem WM-Doppelsieg sprach er gegenüber der APA - Austria Presse Agentur bewusst nicht über gut ausgestattete Budgets und von ihm geschaffene Strukturen, sondern über Zufälle. "Den Morgi musste man erst entdecken und zum Skispringen bringen, und wenn Gregor sich nicht dank günstiger Konstellation im Verein (Jugend-Duelle mit Mario Innauer, Anm.) zur Sportpersönlichkeit entwickelt hätte, hätten wir vielleicht nicht diese Situation."

Bei Schlierenzauer müsse man die Karriere weiterhin vorsichtig planen, betont Innauer. "Er ist zwar Doppelweltmeister, aber erst 18 Jahre alt. Man muss verantwortungsvoll überlegen, wie man die nächste Saison anlegt." Die Situation mit den zwei Top-Springern im Team sei für die weitere Entwicklung nur positiv, glaubt Innauer. "Es ist ein Glück, dass Gregor nicht der alleinige Star ist. Dass er einen echten Champion neben sich hat, das schützt ihn davor, abzuheben."
(apa/red)

25.2.2008 12:29