Endspurt im US-Vorwahlkampf: Höfliche
TV-Debatte zwischen Obama und Clinton
- Diskussion über Gesundheitspolitik und NAFTA
- Experten sehen besseres Abschneiden von Obama
·"Schämen Sie sich, Mr. Barack Obama!"
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·"Jung, unverbraucht und hochinteressant"
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In der letzten Fernsehdebatte vor den entscheidenden Vorwahlen in den US-Staaten Ohio und Texas haben die Präsidentschaftsbewerber bei den US-Demokraten über Themen wie den Freihandel, die Gesundheitspolitik und den Irak-Krieg gestritten. Hillary Clinton und Barack Obama warfen sich dabei auch gegenseitig unlautere Wahlkampftaktiken vor.
Der Ton der Debattewar anfangs noch recht höflich, wurde aber im Verlauf zunehmend schärfer. Vor allem die New Yorker Senatorin Clinton stand unter großem Druck: Nach elf Vorwahlsiegen Obamas braucht sie am Dienstag dringend einen Erfolg. In Ohio und Texas werden 370 Delegiertenstimmen für den Parteitag der Demokraten zur endgültigen Kür eines Präsidentschaftskandidaten vergeben. Wenn sie Obamas Aufstieg nicht bremsen kann, steht Clintons Bewerbung vor dem Aus.
Clinton griff den Senator aus Illinois frontal an: Er sei nicht bereit, Oberbefehlshaber der Streitkräfte zu werden, seine Gesundheitspolitik sei nicht ausgereift - eine Debatte über Sachfragen, in der Obama jedoch insgesamt gelassener wirkte. Zu Beginn des 90-minütigen Fernsehduells in der staatlichen Universität Cleveland stand zunächst die Gesundheitspolitik im Mittelpunkt. Clinton, die kaum 30 Zentimeter von ihrem Rivalen entfernt saß, erklärte, die Aussage Obamas, sie werde die Menschen ohne Rücksicht auf deren Einkommensverhältnisse in eine Krankenversicherung zwingen, sei falsch. Obama seinerseits erklärte, Clinton behaupte stets, seine Pläne ließen 15 Millionen Menschen außerhalb der Versicherung. Dies sei nicht zutreffend.
Unpopuläres Abkommen
Mit Blick auf das Freihandelsabkommen NAFTA der USA mit Mexiko und Kanada warf Obama Clinton vor, ihre Fahne nach dem Wind zu drehen. Das Abkommen ist unter Arbeitern, deren Stimmen in Ohio entscheidend sein könnten, höchst unpopulär. In landwirtschaftlich geprägten Staaten, wo NAFTA auf Zustimmung stößt, habe Clinton das Abkommen gelobt, sagte Obama, während sie es in Gegenden wie Ohio kritisiere. Er dagegen vertrete dazu eine einheitliche Position. Clinton sagte, sie habe deutlich gemacht, dass sie sich für eine Neuverhandlung des Abkommens - das unter der Ägide ihres Mannes Bill Clinton als US-Präsident beschlossen wurde - einsetze.
Die Frage des NBC-Moderators Tim Russert nach ihrer Steuererklärung schien Clinton kalt zu erwischen. Wenn sie die Nominierung für die Präsidentschaftskandidatur gewinne, dann "werde ich meine Steuererklärung offenlegen", sagte Clinton. Vielleicht auch schon früher, deutete sie schließlich an, aber keinesfalls vor den Abstimmungen der nächsten Woche. Über das Vermögen des Ehepaars Clinton gibt es zahlreiche Spekulationen. Obama hat seine Steuererklärung offengelegt.
Clinton kam außerdem ins Schwitzen, als es ihr nach mehreren Anläufen nicht gelang, den Namen des voraussichtlich nächsten russischen Präsidenten, Dimitri Medwedew, auszusprechen. Clinton wirft dem jüngeren Senator aus Illinois immer wieder Unerfahrenheit in der Außenpolitik vor. Obama sah sich jedoch auch in Bedrängnis. Er versprach nach Vorwürfen Clintons, dass er die Unterstützung eines Predigers aus Chicago, der sich antisemitisch geäußert hatte, zurückweisen werde. Das Publikum applaudierte.
Gemeinsame Kritik an Bushs Irak-Politik
Die Irak-Politik von Präsident George W. Bush kritisierten beide Bewerber. Zugleich tauschten sie bereits bekannte Argumente darüber aus, wer von beiden sich dem Krieg entschiedener entgegenstelle.
Es war bereits die 20. Debatte des Wahlkampfs. Bei der ersten im April 2007 war Clinton noch die eindeutige Favoritin, inzwischen liegt Obama nach der Zahl der Siege bei den Vorwahlen und der Delegiertenstimmen vorn. Derzeit hat er geschätzte 1.362 Delegiertenstimmen, Clinton 1.266. Für die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten sind 2.025 Stimmen nötig.
(apa/red)
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