Russischer Bär erwacht aus seinem Schlaf: Gigantisches Comeback als Mega-Weltmacht
- FORMAT: Der Name Medwedew klingt verheißungsvoll
- Dank gigantischem Rohstoffreichtum zurück in Arena

·Russlands Wirtschaft im globalen Vergleich
GRAFIK: Das Wachstum der russischen Wirtschaft
·Russlands Energie-
Einfluss überschätzt
Abhängigkeit von Europa
größer als umgekehrt
Russland ist dank seines bedeutenden Rohstoffreichtums zurück in der Weltarena. Nach der Durststrecke während des Transformationsprozesses scheint nun wieder Licht am Ende des Tunnels. Putin-Nachfolger Dmitri Medwedew tritt dennoch ein schweres Erbe an.
Für russische Ohren klingt der Name Medwedew verheißungsvoll, leitet er sich doch von Medwed - Bär - ab, und der steht als Wahrzeichen des russischen Mannes für Kraftanstrengungen, Unberechenbarkeit und, ja, auch Faulheitsphasen. Als mächtigstes Oberhaupt Russlands wird der gelernte Jurist und Vertraute Putins, der als liberal und weltoffen gilt, einen Staat übernehmen, der sich seit Ende des Kalten Krieges in den 90er-Jahren vom armen Schlucker zu einem der einflussreichsten und mächtigsten Rohstoffexporteure gemausert hat. Auch die einseitige Abhängigkeit vom Westen ist Geschichte, dafür hat Zar Wladimir zusammen mit Energiegigant Gazprom gesorgt.
Macht basiert auf Rohstoffe
Russlands Weltmachtansprüche basieren nämlich nicht mehr auf militärischer Stärke, schreibt Alexander Rahr, Russland-Experte der Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik, in seinem Buch "Russland gibt Gas", sondern auf der Abhängigkeit rohstoffhungriger Länder. Mit Gazprom, dem mehrheitlich staatlichen russischen Exportmonopolisten, hat der Kreml ein Werkzeug geschaffen, das 17 Prozent der weltweit gewinnbaren Gasvorkommen besitzt und bereits ein Drittel des westeuropäischen Gasbedarfs bedient. Dazu kommen 60 Prozent Reserven, die in den unwirtlichen Weiten der ostsibirischen Tundra und Taiga auf Förderung warten.
Die Erfolgsgeschichte von Gazprom, die auch in Öl schwimmt, ist vor allem auf die hohen Energie- und Rohstoffpreise zurückzuführen. Allein der Ölpreis legte in den vergangenen vier Jahren von 30 Dollar auf derzeit etwa hundert Dollar je Barrel zu. Der Gaspreis folgt ihm traditionell auf dem Fuße. "In den nächsten zehn bis 15 Jahren wird die Nachfrage nach Gas um 50 Prozent steigen, die russischen Exporte werden sich verdoppeln. Zudem will Gazprom die Preise in den kommenden vier Jahre an westliches Niveau angleichen", prognostiziert Chris Weafer, Chefstratege der Investmentbank Uralsib.
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