Mehr als 40 Tote bei Selbstmordanschlag: Attentat auf Treffen von Stammesältesten
- Pakistan: Täter sprengte sich selbst in die Luft
- Dritter Selbstmordanschlag binnen nur drei Tagen

Ein Selbstmordanschlag auf eine Friedenskonferenz von Stammesführern im Nordwesten Pakistans hat mindestens 40 Menschen das Leben gekostet. Mehr als hundert Menschen wurden verletzt, wie Augenzeugen und Ärzte berichteten. Die Zahl der Opfer werde vermutlich noch steigen, da sich viele in kritischem Zustand befänden, sagte der Mediziner Hamid Afridy.
Auf der Konferenz, an der sich nach Angaben eines Einwohners mehrere tausend Angehörige von fünf Stämmen beteiligten, sollte über Frieden in der Region verhandelt werden. Dort sollten auch Strafen für diejenigen beschlossen werden, die Extremisten und auch Mitglieder von Al Kaida oder den Taliban und ausländischen Kämpfern Unterschlupf gewähren.
Ein junger Mann sei auf eine Gruppe Stammesältester zugelaufen und habe einen Sprengsatz gezündet, berichtete ein Augenzeuge, Alam Khan. Auf Fernsehbildern waren Blutlachen, verstreute Schuhe und Mützen zu sehen. Einigen der Opfer seien von der Wucht der Explosion Gliedmaßen abgerissen worden, erklärte Afridy. Die Verletzten seien in Krankenhäuser nach Peshawar und Kohat gebracht worden.
Dritter Selbstmordanschlag binnen drei Tagen
Es war bereits der dritte Selbstmordanschlag binnen drei Tagen im Nordwesten Pakistans. Schon wenige Tage zuvor hatte ein Attentäter bei einer Beerdigung mehr als 40 Menschen mit in den Tod gerissen. Ein weiterer Selbstmordanschlag kostete am Samstag in der Stammesregion Bajur nach Regierungsangaben einen Menschen das Leben. 19 weitere wurden verletzt, überwiegend Sicherheitskräfte.
Die pakistanische Polizei beschuldigte unterdessen den obersten Taliban-Führer des Landes offiziell der Urheberschaft an dem Mordanschlag auf Oppositionsführerin Benazir Bhutto. Vor einem Antiterrorgericht reichte die Polizei eine erste Anklageschrift gegen Baitullah Mehsud und vier weitere Personen ein. Der Richter habe einen Haftbefehl gegen die fünf Verdächtigen ausgestellt, erklärte Chefermittler Chaudhry Abdul Majeed. Bei dem Anschlag am 27. Dezember wurde Bhutto getötet.
(APA/red)
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