Mittwoch, 27. Februar 2008

"USA sind weit weg und tragen kein Risiko":
Medwedew warnt vor Instabilität in Europa

  • Kosovo-Unabhängigkeit setze Sicherheit aufs Spiel
  • Serben-Minderheit für Rückkehr russischer Truppen

Der russische Präsidentschaftskandidat Dmitri Medwedew hat angesichts der Unabhängigkeit des Kosovos vor einer Destabilisierung Europas gewarnt. Der derzeitige Erste stellvertretende Ministerpräsident sagte in einer Wahlkampfrede im russischen Nischni Nowgorod, die Unabhängigkeit habe "die Sicherheit und Stabilität der ganzen Region aufs Spiel gesetzt".

"Die USA sind weit weg und tragen kein Risiko, aber Europa könnte in Flammen aufgehen", sagte Medwedew. Die USA haben wie mehrere europäische Staaten das Kosovo anerkannt. Medwedew versprach, dass Moskau Serbien weiter politische Unterstützung anbieten werde. Medwedew war zur Unterzeichnung eines Pipeline-Projekts in Serbien gewesen, das Serbiens Stellung als wichtiger Verteiler für russisches Erdgas aufwertet. Der von Putin ausgewählte Nachfolger wird die Präsidentschaftswahl am Sonntag allen Umfragen zufolge haushoch gewinnen. Es gibt keine ernsthaften Gegenkandidaten.

Die serbische Minderheit im Kosovo verlangte unterdessen die Rückkehr russischer Truppen. Die Russen sollten zur Stabilisierung in den überwiegend von Serben bewohnten Gebieten beitragen, erklärte der Nationalrat der Kosovo-Serben am Mittwoch. Russland hatte sich bis 2003 an der KFOR-Truppe beteiligt, die von der NATO befehligt wird.

Das Kosovo hat sich am 17. Februar von Serbien unabhängig erklärt. Die Regierungen in Belgrad und Moskau lehnen die staatliche Selbstständigkeit der überwiegend von Albanern bewohnten Region ab. (apa/red)

27.2.2008 17:27