Mittwoch, 27. Februar 2008

FARC-Kommandant wurde festgenommen:
Freilassung der vier Geiseln erfolgreich

  • Heli Meija gilt als ranghoher Anführer der Rebellen
  • Politiker bereits seit über sechs Jahren verschleppt

Die kolumbianische Polizei hat kurz vor der erhofften Freilassung von vier Geiseln der FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) einen ranghohen Kommandanten der linksgerichtete Rebellen gefangen genommen. Heli Mejia, alias "Martin Sombra", sei den Beamten in der im Zentrum des Landes gelegenen Provinz Boyaca ins Netz gegangen, berichteten nationale Medien am Mittwoch unter Berufung auf den Chef der Polizei, General Oscar Naranjo. Die entscheidenden Hinweise seien von Informanten gekommen, denen eine Belohnung von insgesamt umgerechnet 600.000 Euro gezahlt worden sei.

Mejia habe den "Revolutionären Streitkräften Kolumbiens" (FARC) praktisch seit deren Gründung 1964 angehört und war zuletzt Mitglied des obersten Führungsstabes der größten Guerillagruppe des Landes. Bei Kämpfen mit FARC-Einheiten seien in verschiedenen Landesteilen zudem insgesamt fünf Rebellen getötet worden, hieß es weiter.

Vier Geiseln nach sechs Jahren freigelassen
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz bestätigte inzwischen, dass vier Geiseln der FARC freigelassen worden sind. Die Rebellen hatten vor kurzem angekündigt, sie wollten Gloria Polanco, Luis Eladio Perez, Orlando Beltran und Jorge Eduardo Gechem aus Gesundheitsgründen nach mehr als sechs Jahren frei lassen. Die Vier sind frühere kolumbianische Abgeordnete und gehören zu einer Gruppe von 43 Verschleppten, unter denen auch die 2002 entführte kolumbianisch-französische Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt war.

Als Grund für die Freilassung hatte die FARC im Vorfeld gesundheitliche Probleme sowie eine "Geste der Anerkennung" gegenüber den Vermittlern genannt. Im Jänner hatten die Guerilleros bereits die zusammen mit Betancourt verschleppte Clara Rojas und die ehemalige Parlamentarierin Consuelo Gonzalez freigelassen. (apa/red)

27.2.2008 18:25