Mittwoch, 27. Februar 2008

Weiterer Angriff der israelischen Luftwaffe im Gaza-Streifen: Mindestens fünf Tote

  • Olmert schloss Militäroffensive im Gaza-Sreifen aus
  • Nicht endende Raketenangriffe militanter Palästinenser

Bei einem neuerlichen Angriff der israelischen Luftwaffe im Gaza-Streifen sind mindestens fünf Palästinenser getötet worden. Eine Rakete traf im Süden des Gebiets einen Kleinbus, wie palästinensische Ärzte berichteten. Zwei Menschen wurden verletzt. Zur Identität der Getöteten lagen zunächst keine Angaben vor. Die israelischen Streitkräfte äußerten sich nicht zu dem Angriff.

Die israelische Regierung ist angesichts nicht aufhörender Raketenangriffe militanter Palästinenser auf das israelische Grenzgebiet innenpolitisch massiv unter Druck. Rechtsgerichtete Parteien in Israel verlangen weitere "gezielte Tötungen" von Anführern der im Gaza-Streifen herrschenden radikalen Organisation Hamas. Seit 2004 sind der Hamas-Gründer Scheich Ahmed Yassin und dessen Nachfolger an der Spitze der Organisation, Abdelaziz Rantisi, sowie weitere Funktionäre solchen "gezielten Tötungen" durch die israelische Armee zum Opfer gefallen.

Der israelische Regierungschef Olmert hat eine umfassende Militäroffensive im Gaza-Streifen ausgeschlossen, den die israelische Armee und die Siedler 2005 geräumt hatten. Der Machtkampf zwischen der Fatah von Präsident Abbas und der Hamas hatte im Juni 2007 zu einer faktischen Trennung des Westjordanlandes und des Gaza-Streifens geführt. Die Hamas hatte nach blutigen Gefechten die alleinige Kontrolle über den Gaza-Streifen übernommen. Abbas hatte daraufhin die Hamas-geführte palästinensische Einheitsregierung unter Ismail Haniyeh für aufgelöst erklärt und im Westjordanland ein Notstandskabinett unter Salam Fayyad eingesetzt. (apa/red)

27.2.2008 11:01