Färbte Strasser das Innenministerium um?
Mail-Beweis für Postenvergabe nach Couleur
- "profil": Beförderungen nach Parteibuch entschieden
- Interventionen bis hinunter zum kleinsten Beamten
·Erste Reaktionen auf ÖVP-Postenschacher
Kalina für U-Ausschuss. VP spricht von Ablenkung
·Berger dementiert
"Ermittlungspannen"
Staatsanwaltschaft unter schwerer Kritik der ÖVP
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" berichtete, dokumentieren die Mails aus der Ägide von Innenminister Ernst Strasser penibel den Postenschacher der schwarz-blauen Regierung.
Die E-Mails aus der schwarzen Kommandozentrale liegen dem Nachrichtenmagazin vor. Demnach wurde bis hinunter zum Postenkommandanten von Funktionären der ÖVP interveniert. Die Besetzungswünsche des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll und seines Klubobmanns Klaus Schneeberger wurden ebenso berücksichtigt, wie die heutige Volksanwältin Maria Fekter und die Ex-Nationalratspräsidenten Andreas Khol, Michael Spindelegger und Werner Fasslabend.
Besonderes Augenmerk legte das Kabinett darauf, dass die Gendarmerieschule in Traiskirchen in VP-Hände kam. Im Juni 2002 leitete Strasser die Intervention von Landtagsabgeordneten Hans Stefan Hintner an seinen Personalchef Michael Kloibmüller weiter: Hintner empfahl Oberst Ludwig Grohmann, einen "engagierten gendarmen, verlässlichen freund und mitstreiter unserer gesinnungsgemeinschaft" für den Posten des Schulleiters. Kloibmüller retournierte: "g. wird 1.stellvertreter des schulkommandanten in traiskirchen. (...) damit wunsch des abg (Abgeordneten, Anm.) erfüllt."
Im Dezember desselben Jahres wurde der Leiterposten frei. Wieder schob Hintner seinen Kandidaten ins Rampenlicht. Dieses Mal hatte das Kabinett andere Pläne. Kloibmüller an Strasser am 18. Dezember 2002: "mein kandidat fehringer (fcg) sollte untergebracht werden; grohmann gerade stellvertreter geworden; sollte reichen!!!"
Pikanterie am Rande: Als der Posten per E-Mail verschachert wurde, war der Job in der "Wiener Zeitung" noch nicht ausgeschrieben. Leiter der Gendarmerie wurde - wenig überraschend - Rupert Fehringer.
Mehr dazu lesen Sie im "profil" 10/08!
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