Samstag, 1. März 2008

"Ich war es wirklich nicht!": Verdächtiger im Fall Hitzberger streitet jede Beteiligung ab

  • Osberger erklärte via Anwalt, er habe kein Motiv

"Ich war es nicht." Er sitze unschuldig im Gefängnis, sagte der des Giftanschlags auf den Spitzer Bürgermeister Hannes Hirtzberger verdächtige Helmut Osberger - für den die Unschuldsvermutung gilt - in einem Interview.

"Jemanden zum Täter abzustempeln, nur weil seine DNA auf der Karte ist, kann nicht ausreichend sein." Die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen seien haltlos, ließ der 55-Jährige via seinen Strafverteidiger Nikolaus Rast wissen. Wie die Spur auf die Grußkarte gekommen sei, wisse er nicht. Er habe keine Idee, wer der Täter sein könnte. Hannes Hirtzberger tue ihm leid.

Zum von den Kriminalisten genannten Motiv, Hirtzberger habe eine Umwidmung von Weingarten in Bauland verhindert, meinte der Beschuldigte in der Tageszeitung "Kurier": "Es gibt kein Motiv. Das Projekt (ein Thermalhotel, Anm.) hätte enorme Einnahmen gebracht. Unter meinem Grundstück gibt es drei Thermalwasseradern. Ich wollte Spitz und der gesamten Wachau helfen. Wenn es nicht gewünscht wird, dann eben nicht. Aber deshalb bringt man ja niemanden um."

Außerdem ginge es Osberger wirtschaftlich nicht schlecht: "Ich habe ein Grundstück mit 15.000 Quadratmeter, wo bereits jemand an mich herangetreten ist, um eine Wohnsiedlung zu errichten. Da geht es um über eine Million Euro."

Nachthemd-Kauf als Alibi?
Zu dem von ihm angeführten Alibi für den 8. Februar, als das Billett mit der vergifteten Praline auf dem Wagen des Bürgermeisters deponiert worden war, meinte der Verdächtige: "Da wird sich ja noch jemand erinnern können, dass sich ein Mann ein Seidennachthemd gekauft hat. Beim Umtausch habe ich aber nicht meinen Namen angegeben, weil mir das unangenehm war." Gekauft habe er das Nachthemd in einem Kremser Supermarkt kurz vor Ladenschluss für eine Bekannte.

Die Verhaftung sei eine gewaltige Belastung für die ganze Familie, aber auch für die wirtschaftliche Situation. Der Heurigenbetrieb lebe zu 80 Prozent von Busreisen: "Wer wird jetzt noch kommen?"

Hirtzberger hatte das mit Strychnin versetzte "Mon Cheri" am Vormittag des 9. Februar gegessen, brach auf der Fahrt von Spitz in der Wachau nach Krems in Unterloiben, wo er noch anhalten konnte, zusammen und musste reanimiert werden. Seither ringt er im Spital mit dem Tod. Am 28. Februar präsentierte das Landeskriminalamt auf Grund der übereinstimmenden DNA-Spur Helmut Osberger als Verdächtigen und ersuchte um Hinweise bezüglich des Kaufs und Hinterlegens der Grußkarte (Tel. 05 / 9133 30 - 3333). (APA/red)

1.3.2008 19:26