Dienstag, 19. Februar 2008

Senken Sie Ihren Cholesterinspiegel: Gute
Werte mindern Herzinfarkt-Risiko um 20 %

  • "Böses" LDL-Cholesterin im Blut schadet dem Herzen
  • Herz-Kreislauf-System profitiert von Top-Ernährung

Krankheitsprävention in Diskussion: Seit bald fast 20 Jahren gibt es wirkungsvolle Medikamente zur Senkung überhöhter Cholesterinspiegel, besonders von zu hohen Konzentrationen an "bösem" LDL-Cholesterin im Blut. Es handelt sich dabei um die sogenannten Statine. Eine neue Analyse der Daten von rund 90.000 Studienteilnehmern, die vor kurzem in der britischen Medizin-Fachzeitschrift "The Lancet" erschien, zeigt einen eindeutig positiven Effekt bei besonders gefährdeten Diabetikern, aber auch bei Nicht-Diabetikern.

Die Vorbeugung gegen Krankheiten durch Arzneimittel ist zeitweise umstritten. Hier kommt es darauf an, dass eine Nutzen-Risiko-Bewertung deutlich positiv ausfällt. Dabei dürfen die verwendeten Arzneimittel natürlich auch keine schwerwiegenden Nebenwirkungen haben.

Wissenschafter der Universität Oxford haben jedenfalls vor kurzem belegen können, dass eine medikamentöse Cholesterinsenkung einen klar positiven Effekt auf die Gesamtsterblichkeit und auf die Sterblichkeit infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat. Dazu wurden die Daten von 18.686 Diabetikern und von 71.370 Nicht-Diabetikern aus großen wissenschaftlichen Studien analysiert.

Die Ergebnisse:
Pro Senkung des LDL-Cholesterinspiegels um ein Millimol pro Liter Blut zeigte sich eine Reduktion der Gesamtmortalität (aus allen Gründen) bei Diabetikern um neun Prozent. Bei Nicht-Diabetikern lag diese Reduktion bei statistisch ebenfalls signifikanten 13 Prozent.

Dieser positive Effekt war ausschließlich auf die Reduktion der Herz-Kreislauf-Sterblichkeit um 17 Prozent bei Diabetikern zurückzuführen. Pro mmol-Reduktion des LDL-Cholesterin-Spiegel wurde eine Verringerung der Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Zwischenfällen bei Zuckerkranken und Nicht-Zuckerkranken um 21 Prozent registriert. Bei Diabetikern kam es zu einer Verringerung der Herz-Kreislauf-Sterblichkeit um 22 Prozent und der Zahl der Schlaganfälle um 33 Prozent.

958 anstatt 1000 Herzkranken
Der Effekt stellte sich in der Beobachtungszeit von durchschnittlich 4,3 Jahren sowohl bei Personen ein, die schon einen Herz-Kreislauf-Zwischenfall gehabt hatten als auch bei in dieser Hinsicht bis dahin gesunden Menschen. Fazit der Autoren: Innerhalb von fünf Jahren erspart man 42 von 1.000 Behandelten einen schweren und lebensgefährlichen Herz-Kreislauf-Zwischenfall. (APA/red)

19.2.2008 11:33