Supermärkte für Arme & sozial Schwache: NEWS über das Projekt "SOMA" in St. Pölten
- Immer mehr Geschäfte exklusiv für sozial Schwache
- Grazer Vinzi-Markt ist Pionier in Sachen Sozial-Shops
·Grundnahrungsmittel Brot um 6 % teurer
Mehlpreiserhöhung ist für Anstieg verantwortlich
·Armut: Eine Million Österreicher gefährdet
Frauen sind etwas stärker betroffen als Männer
·Reichen 1.000 Euro als Mindestlohn aus?
Schalle und Küberl im NEWS-Streitgespräch

Es ist Donnerstag, 9.30 Uhr, in St. Pölten. Vor dem Sozialmarkt - kurz SOMA genannt - in der Linzer Straße 24 warten bereits, wie jeden Morgen, Dutzende Menschen. Junge, Alte, Frauen, Männer, Kinder - sie alle können kaum erwarten, dass das Geschäft um 10 Uhr endlich öffnet, um die wichtigsten Nahrungsmittel einzukaufen. Unter ihnen: Biljana G., 33, und ihre 11-jährige Tochter Elena. Die Hausfrau und Mutter kommt regelmäßig zum Einkaufen hierher.
Denn sie hat eine vierköpfige Familie zu ernähren - und ihr stehen im Monat nur rund 900 Euro zur Verfügung. "Wenn es den SOMA nicht gäbe, wüsste ich nicht, wie ich meine Familie über die Runden bringen soll. Nach Abzug von Miete, Gas- und Stromkosten bleibt so gut wie kein Geld übrig", meint sie. Für die Niederösterreicherin und circa 200 weitere Kunden, die hier täglich shoppen, ist dieser Supermarkt überlebenswichtig.
Helfer in der Not
Der SOMA ist kein herkömmlicher Shop zum Einkaufen. Hier können Menschen, die am Existenzminimum leben, die wichtigsten Nahrungsmittel zu einem stark reduzierten Preis erhalten. Man benötigt dazu nur einen Einkaufspass. Bedingung dafür ist, dass ein bestimmtes Nettoeinkommen nicht überschritten wird. Derzeit sind das für eine Einzelperson 807, für einen Familienhaushalt ab zwei Personen 1.210 und für jedes weitere Kind 100 Euro im Monat. Mit diesem Ausweis kann dann dreimal pro Woche für je 10 Euro eingekauft werden.
Die im SOMA angebotenen Waren sind Spenden von Firmen. Produkte, die aus verschiedenen Gründen - etwa weil sie falsch etikettiert oder beim Transport beschädigt wurden - nicht regulär verkauft werden und somit weggeworfen werden müssten.
Partner für Soziales
Nach dem gleichen Prinzip arbeitet auch der langjährige Partner von SOMA, der Vinzi-Markt in Graz. Auch hier ist der Laden meist gesteckt voll, die Kunden drängen sich um die dargebotenen Waren. Gegründet wurde der Vinzi-Markt im April 2004 von Pfarrer Wolfgang Pucher von der Vinzenzgemeinschaft in Eggenberg. Fast vier Jahre später besitzen bereits 2.700 Menschen einen Einkaufspass für die beiden Shops. "Wir sind deshalb auch für jeden freiwilligen Helfer dankbar", so Marktleiterin Heidi Anderhuber (Infos auf www.vinzi.at).
"Foodbanks" aus Amerika. Die Grundidee der "Supermärkte für Arme" kommt aus den USA. Dort wurden in den 60er-Jahren sogenannte Gratis-Lebensmittelbanken gegründet, um gespendete Produkte an Bedürftige zu verteilen. 1993 wurde dieses Konzept dann in Deutschland mit der Deutschen Tafel e.V. übernommen. Die Idee, Produkte zu einem Billigstpreis zu verkaufen, anstatt sie zu verschenken, gilt als "typisch österreichisch".
"Es ist uns wichtig, dass Menschen mit sehr geringem Einkommen nicht das Gefühl haben, auf Almosen angewiesen zu sein, sondern ganz normal ihre Einkäufe tätigen können", erklärt Walter Feninger, Geschäftsführer des SOMA St. Pölten.
Eine Million "armutsgefährdet"
Aufgrund der ständig steigenden Preise für Lebensmittel, Wohnen und Energie können sich nämlich immer weniger Menschen Nahrungsmittel in "normalen" Supermärkten leisten.
Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS 8/08!

