Sonntag, 24. Februar 2008

Wladimir Klitschko ist Doppel-Weltmeister:
Ukrainer besiegt WBO-Champion Ibragimow

  • Erster IBF-WBO-WM-Doppelchampion seit Lewis 1999
  • Zuschauer bei unspektakulärem Kampf gelangweilt

Der Ukrainer Wladimir Klitschko hat im New Yorker Madison Square Garden mit einem Sieg nach Punkten gegen den Russen Sultan Ibragimow den Schwergewichts-WM-Titel der WBO (World Boxing Organization) gewonnen. Mit seinem Erfolg kürte er sich im sogenannten "Vereinigungskampf" zum Doppelweltmeister, da er zuvor auch die WM der IBF (International Boxing Federation) inne gehabt hatte.

Für Ibragimow war es die erste Niederlage in seiner Profikarriere. Klitschko hingegen ist nun der erste IBF- und WBO-Doppelchampion seit dem Briten Lennox Lewis 1999. Im mit 14.011 Zuschauern ausverkauften Madison Square Garden wusste der Ukrainer allerdings nicht zu überzeugen, nach dem Ende des Kampfes wurde Klitschko von den Fans gnadenlos ausgepfiffen. Er hatte zwar das Geschehen kontrolliert, aber zurückhaltend agiert und die einzige Chance auf den von den Fans ersehnten Knockout in der neunten Runde ausgelassen.

Klitschko rechtfertigte seinen Auftritt: "Ich wollte den Kampf so eindrucksvoll wie möglich gewinnen, aber es war schwer, mit Sultans Stil klar zu kommen. Außerdem hat er sich nicht sehr engagiert. Aber am Ende zählt das Resultat." Nach Punkten siegte der neue Weltmeister einstimmig mit 119:110,117:111,118:110.

Harte Kritik erntete der neue Doppelchampion auch von seinem "Vereinigungs"-Vorgänger Lennox Lewis: "Ich hätte viel öfter auf seine starke Rechte gewartet. Wladimir ist ein sehr guter Fighter, aber es braucht noch ein Weilchen, bis er ein großer Champion ist."

Beim EM-Kampf in Halle/Saale sicherte sich mit Juri Baraschian ein weiterer Ukrainer einen Titel. Er besiegte Titelverteidiger Thomas Ulrich aus Deutschland durch technisches K.o. in der achten Runde und kürte sich zum Europameister im Halbschwergewicht. Baraschian hat 25 von 28 Profi-Kämpfe gewonnen.
(apa/red)

24.2.2008 18:21