Montag, 18. Februar 2008

"Jetzt kann ich mich lässig vorbereiten": Skisprung-Ass "Morgi" hat noch nicht genug

  • "Alles erreichen, alles gewinnen, wäre das Traumziel"
  • Skifluig-WM in Oberstdorf ist nächstes großes Ziel

Das Gefühl des Weltcup-Gesamtsieges auskosten, nach dem Willingen-Wochenende wieder einmal lange ausschlafen. Für Thomas Morgenstern war das kein Thema, der Kärntner war schon in der Früh wieder in seinem bevorzugten Trainingszentrum in Althofen - schließlich wartet ab Freitag die Skiflug-WM in Oberstdorf.

"Jetzt kann ich mich lässig auf das Skifliegen vorbereiten", erklärte Morgenstern, nachdem er am Vortag als erst fünfter ÖSV-Springer nach Hubert Neuper, Armin Kogler (zweimal), Andreas Felder und Andreas Goldberger (dreimal) den Gewinn der Kristallkugel fixiert hatte.

Die Konzentration auf bestimmte große Vorhaben hat sich für Morgenstern bisher stets als Volltreffer erwiesen. "Ein Ziel zu hundert Prozent in Angriff zu nehmen, darauf spezialisiere ich mich. Wenn es eintritt, dann ist es kein Zufall", gab sich der 21-Jährige aus Seeboden gewohnt selbstbewusst. Im mentalen Training nahm er während der Saison das zu Erreichende vorweg. "Ich hatte immer das Bild vor Augen, wie ich in Planica die Trophäe bekomme", sagte Morgenstern im APA-Gespräch.

Freut sich auf Liberec
Mit den bisherigen Erfolgen hat der Doppel-Olympiasieger von Turin 2006 keineswegs genug. Die Skiflug-WM ist das nächste Ziel, danach möchte Morgenstern bei der Vierschanzen-Tournee und der WM 2009 in Liberec ("Auf meiner Lieblingsschanze") ganz vorne sein. Und weiterhin mit Größen wie Janne Ahonen, Matti Nykänen und Andreas Goldberger wetteifern.

"Ich möchte so werden wie diese drei, die in die Geschichte eingegangen sind, weil sie so viel gewonnen haben. Alles erreichen, alles gewinnen, das wäre das Traumziel. Aber es ist kein Wunschkonzert", erklärte Morgenstern und bezeichnet "Goldi" und Ahonen auch menschlich als Vorbilder. "Weil sie trotz der Erfolge die gleichen Typen geblieben sind. Diesen Weg möchte ich auch einschlagen."

Die Skiflugschanze in Oberstdorf ist für Morgenstern Neuland, dennoch fährt er mit großem Selbstvertrauen zur WM im Allgäu, wo nur eine Medaille zählt. "Ich weiß, dass ich es draufhabe, aber es müssen viele Faktoren zusammenspielen."

(apa/red)

18.2.2008 14:56