Hillary Clinton legt schärfere Gangart ein:
"Schämen Sie sich, Mister Barack Obama!"
- Bezichtigt ihren Kontrahenten Lügen zu verbreiten
- McCain bei den Republikanern schon fast am Ziel
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Gut eine Woche vor den möglicherweise vorentscheidenden Vorwahlen bei der Demokratischen Partei um die US-Präsidentschaftskandidatur hat Hillary Clinton ihre Angriffe auf ihren Rivalen Barack Obama noch einmal verschärft. Sie beschwerte sich am Wochenende massiv über Briefe, die Obamas Wahlkampfteam an Wähler in Ohio verschickt habe und die ihre Ansichten zu Gesundheitsreform und Wirtschaftspolitik falsch und irreführend darstellten.
"Schämen Sie sich, Barack Obama. Es wird Zeit, einen Wahlkampf in Übereinstimmung mit ihren öffentlichen Botschaften zu führen - das erwarte ich von Ihnen", erklärte die New Yorker Senatorin in Cincinnati. Obama sagte, in den Broschüren stehe nichts, das sachlich falsch sei. "Den Gedanken, dass wir uns irgendwie schändlicher Taktiken bedienten, finde ich ziemlich schwer zu schlucken", fügte er hinzu. Zudem seien die Broschüren bereits vor Tagen oder gar Wochen verteilt worden. Deshalb sei er über den Zeitpunkt der Kritik erstaunt. Obama deutete an, dass hinter Clintons Angriffen Taktik stecke. Ein Sprecher des 46-Jährigen sagte, die Ex-First-Lady greife aus Angst vor einer Niederlage auf negative Wahlkampftricks zurück.
Letzte Chance für Clinton via TV?
Am Dienstag stehen sich beide Kandidaten in Cleveland in einer Fernsehdebatte gegenüber. Clinton muss nach elf Vorwahlniederlagen seit dem "Super-Dienstag" Anfang Februar am 4. März in Ohio und Texas gegen Obama punkten, um ihre Chance auf eine Nominierung als Präsidentschaftskandidatin zu wahren.
Der früheren First Lady war bei ihren Auftritten ihre Unzufriedenheit mit ihren letzten Ergebnissen anzumerken. Ihre Angriffe auf Obama werden immer schärfer. Dabei verglich sie Obama und dessen Slogan von einem "Wechsel" auch mit dem amtierenden Präsidenten George W. Bush. "Die Leute reden viel über einen Wechsel. Wir haben in den vergangenen sieben Jahren einen der schlimmsten Wechsel mitgemacht, den man sich vorstellen kann. Die Leute haben geglaubt, sie bekommen einen 'mitfühlenden Konservativen', oder? Es hat sich herausgestellt, dass er nichts von dem war. Wir mussten mit den Konsequenzen aus diesen Fehlern leben."
Zudem habe Obama mit einem Griff in die Trickkiste von Bushs ehemaligem Wahlkampfmanager Karl Rove die Auseinandersetzung vergiftet. Clintons Berater haben Obama wiederholt vorgeworfen, den Plan der Senatorin für eine Krankenversicherung so darzustellen, dass er selbst Menschen zur Mitgliedschaft zwingen würde, die sich das nicht leisten könnten.
Aus der Umgebung Clintons werden seit den jüngsten Niederlagen Berichte stetig dementiert, wonach die 60-Jährige auf verlorenem Posten kämpft. Ihr Wahlkampfteam bestritt einen Bericht der "Washington Post", der ein Mitglied aus Clintons Wahlkampfteam mit den Worten zitierte, die Niederlage in Wisconsin sei ein "entscheidender Schlag" gewesen. "Sie weiß, worauf es hinausläuft", zitierte das Blatt den Mitarbeiter. Es gebe "mathematische Realitäten" bei denen "jetzt nicht mehr viel verdrängt werden kann."
Clinton hat bisher nach CNN-Berechnungen 1250 Delegierte für den Nominierungsparteitag im Sommer gewonnen, Obama hat 1319 Delegierte auf seiner Seite. Insgesamt benötigt der zukünftige Präsidentschaftskandidat der Demokraten 2025 Delegiertenstimmen, um nominiert zu werden.
McCain schon fast am Ziel
Bei den Republikanern kam Senator John McCain unterdessen seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat seiner Partei ein kleines Stück näher. Bei einer Wählerversammlung in Saipan gewann er alle neun Delegiertenstimmen aus dem US-Gebiet Nördliche Marianen im Pazifik. Er hat nun nach Schätzungen des US-Senders CNN 967 Delegierte hinter sich - 1.191 braucht er für die Nominierung beim Republikaner-Wahlparteitag im September. (apa/red)
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