Samstag, 23. Februar 2008

Mehr Polizei- Pannen in 'Causa Kampusch'? Zeugin - "Priklopil war Hauptverdächtiger"

  • Belastende Aussagen von Ehefrau eines Gendarms
  • Weisung: Beamte durften nicht weiter ermitteln

Eine anonyme Zeugin berichtet über angebliche Pannen im Fall Natascha Kampusch. Die Ex-Frau eines damaligen Gendarmeriebeamten aus dem Bezirk Gänserndorf, die in den Artikel nicht namentlich genannt wird, will von diesem gehört haben, dass der Entführer Wolfgang Priklopil als Hauptverdächtiger galt. Dieser habe sich bei seiner Aussage in Widersprüche verstrickt und kein Alibi gehabt.

Im Frühsommer 1998 hätten ihr Mann und seine Kollegen "von oben" die Order bekommen, die Ermittlungen gegen den Verdächtigen einzustellen so wird in der Beilage "Madonna" der Tageszeitung "Österreich" berichtet. Diese Weisung habe der damalige Postenkommandant erhalten, der sie dann an die Gendarmen weitergab, so die Frau in dem Interview mit dem Frauenmagazin "Madonna" ("Österreich"). Danach sei nur mehr nach der Leiche von Natascha Kampusch gesucht worden.

Reaktions von Adamovich
Der Leiter der Evaluierungskommission in der Causa Natascha Kampusch, Ludwig Adamovich, dessen erster Zwischenbericht bald erwartet wird, sagte auf APA-Anfrage dazu: "Davon weiß ich überhaupt nichts." Man werde dies am demnächst erörtern. "Ich habe eine Menge Material in den letzten Tagen bekommen, aber es gab nichts in diese Richtung, schon gar nicht, dass es einen solchen Auftrag gegeben hätte.", so der ehemalige VfGH-Präsidenten.

(apa/red)

23.2.2008 14:30