Samstag, 23. Februar 2008

31-Jährige in Wien- Brigittenau erstochen:
Ex-Lebensgefährte ging nach Mord beichten

  • Täter führte Polizei selbst zum Ort des Verbrechens
  • Genauer Tathergang derzeit nach wie vor unklar

Der 36-jährige Mann, der unter dringendem Verdacht steht, seine ehemalige Lebensgefährtin in Wien-Brigittenau erstochen zu haben, dürfte vor seiner Festnahme die Blutttat einem Pfarrer gebeichtet haben. Das gab Major Manfred Briegl von der Kriminaldirektion 1 am Tatort, einer abgewohnten Gemeindebau-Anlage in der Vorgartenstraße, bekannt.

Weil sich der Geistliche an das Beichtgeheimnis gebunden fühlte und daher die Polizei nicht verständigte, soll der 36-Jährige zunächst auf offener Straße eine wildfremde Frau angesprochen und sich schließlich selbst an den Polizeinotruf gewandt haben. "Er hat sich besonnen und selbst gestellt", erklärte Briegl vor Journalisten.

Was sich genau in der im 2. Stock gelegenen Wohnung in der Vorgartenstraße 83-85 abgespielt hat, ist nach wie vor unklar. Fest steht, dass die 31-jährige Nicole F. die Unterkunft vor rund einem Monat bezogen hatte - möglicherweise in Verbindung mit der Trennung von ihrem Lebensgefährten. Der 36-Jährige dürfte sie dort aufgesucht und - so jedenfalls die derzeitige Verdachtslage - mit einem Küchenmesser mit einer Klingenlänge von mindestens 15 Zentimetern zu Tode gebracht haben.

Entgegen ersten Informationen steckte die Waffe im Hals und nicht in der Brust der Leiche, die von der Polizei in der Küche liegend aufgefunden wurde. "Er ist vernehmungsfähig", hieß es von Seiten der Polizei.

Mehrfache "Hilferufe" des Täters
Der Mann dürfte im Verlauf des Tages mehrere Versuche unternommen haben, sich anderen Personen anzuvertrauen. So soll er in den Morgenstunden zuerst den Vater der ums Leben Gekommenen angerufen haben: "Der Nicole ist etwas Schlimmes geschehen!"

Der 36-Jährige ging offenbar davon aus, sein Gesprächspartner würde nun die Polizei einschalten. Er blieb zunächst am Tatort. Als aber keine Uniformierten kamen, soll er den Weg in die Kirche angetreten, abgesehen davon auch Passanten angesprochen und einen "Mord" angedeutet haben.

Letzten Endes dirigierte der Mann selbst die Exekutive an den Tatort. Nach 17.00 Uhr traf dort der Gerichtsmediziner Christian Reiter ein, von dem sich die ermittelnden Beamten eine Eingrenzung des Todeszeitpunkts erhofften. Außerdem sollte der Experte die Anzahl der Stichverletzungen feststellen. (apa/red)

23.2.2008 18:37