Deutschlandstart für Chinas Geländewagen: Der 2. Anlauf nach verheerendem Crashtest
- Viel billiger als europäische/japanische Konkurrenz
- Vorwurf des dreisten Plagiats immer noch im Raum
·Merkel übt Kritik an mobilem China-Plagiat
Produktpiraterie bei der Automesse ist Problem
·Dieser Wagen ist eine chinesische Todesfalle
Katastrophales Crashtest- Resultat für Brilliance BS6
·Jiangling Landwind: "Todesfalle" Billigauto
Der Chinese versagt im ÖAMTC-Crashtest total

Protzig, mit viel PS unter der Haube und Lederausstattung im Innern: Geländewagen lassen die Herzen vieler Autofans höher schlagen. Für die meisten bleiben sie ein Traum, denn bezahlen können die mächtigen Porsches, Mercedes, BMWs und Audis nur wenige. Das könnte sich bald ändern. Nach einem missglückten Abenteuer vor drei Jahren, als der Geländewagen Landwind im Crashtest in seine Einzelteile zerfiel, wagen chinesische Autobauer nun erneut den Schritt nach Deutschland. Die Riesenautos sollen zu Schleuderpreisen auf den Markt kommen.
CEO und UFO sorgten auf der Automesse IAA vergangenen September wegen ihrer Ähnlichkeiten mit dem alten BMW X5 und dem Erfolgsmodell RAV4 von Toyota für Ärger. "Dreiste Plagiate" seien die Modelle, schimpfte die Fachwelt. Der bayerische Autobauer versucht sogar, den Verkauf des CEO in Deutschland gerichtlich zu stoppen. Bislang blieb dies jedoch ohne Erfolg.
Tiefpreis
Definitiv keine Ähnlichkeit mit den Originalen offenbart der Blick auf das Preisschild. Während der Toyota nicht unter 27.000 Euro zu haben ist, kostet der UFO mit überdurchschnittlicher Ausstattung gerade einmal 16.900 Euro. Selbst ein vier Jahre altes Toyota-Modell kostet noch immer so viel wie ein neuer UFO. Für den BMW X5 müssen die Kunden derzeit sogar gut und gerne 50.000 Euro berappen. Der CEO ist für die Hälfte zu haben.
Alles Blender?
"Die Autos sind Blender", sagt Andreas Bremer vom Institut für Automobilmarktforschung in Essen. "Sie machen mehr her als sie in Wirklichkeit sind." Aber wie jede gefälschte Rolex ihren Markt habe, so würden auch die chinesischen Geländewagen ihre Käufer finden. Das Ziel von 8.000 chinesischen Wagen, die der Importeur noch in diesem Jahr verkaufen will, hält der Autoforscher dennoch für reichlich ambitioniert. "Zumal, wenn die ersten Berichte über Sicherheitsmängel aufkommen wie damals beim Landwind."
Verheerender Crashtest
An den Crashtest des China-Geländewagens Landwind erinnert sich Maximilian Maurer vom ADAC noch heute mit Schrecken. "Eine einzige Katastrophe", sei das Auto gewesen, mit dem die Chinesen den deutschen Markt erobern wollten. Auch das chinesische Modell Brilliance ließ bei den Testern die Alarmglocken schrillen. "Das war der Sicherheitsstandard wie bei uns in den 70er Jahren", sagt Maurer. Im Test wurde die Limousine wie eine Blechbüchse zerquetscht. "Da lässt sich der Entwicklungsvorsprung nun mal nicht so schnell aufholen."
Importeur gelassen
Den bevorstehenden Crashtests blickt der Importeur gelassen entgegen. "Wir rechnen mit drei bis vier von fünf möglichen Sternen im NCAP-Test", sagt Kaiser mit Blick auf den europäischen Test-Standard. Die Modelle hätten schließlich nichts mit denen gemein, die in Russland oder China verkauft werden. "Für den europäischen Markt wurden zahlreiche Qualitätsverbesserungen vorgenommen."
Hoffen auf die nächste Generation
"Es steht trotzdem zu befürchten, dass es bei den ersten Tests nicht so rosig für die chinesischen Geländewagen aussieht", sagt Maurer. Doch die Autobauer im Reich der Mitte werden schnell lernen, da sind sich die Fachleute einig. "Sicherheitstechnik ist schließlich keine Geheimwissenschaft", sagt der ADAC-Mann. "Die erste Generation ist noch mit Vorsicht zu genießen. Doch die nächste und die übernächste - das könnten attraktive Autos werden", ist auch Automobilforscher Bremer überzeugt. (APA/red)
