Samstag, 16. Februar 2008

Mega-Wirtschaftsprozess in Startlöchern: Ex-Refco-Chef Bennett bekennt sich schuldig

  • Manager drohen wegen Betrugs 315 Jahre Haft
  • Refco-Crash brachte BAWAG-Skandal ans Licht

Der ehemalige Vorstandschef des zusammengebrochenen US-Brokers Refco, Phillip Bennett, hat sich bei einer Anhörung vor einem Gericht in New York des Betrugs und anderer Vorwürfe für schuldig bekannt. Der Prozess gegen den britischen Staatsbürger sollte im März eröffnet werden. Ihm drohen wegen einer Vielzahl von Vorwürfen bis zu 315 Jahre Gefängnis und die Ausweisung aus den USA.

Refco war im Oktober 2005 zusammengebrochen, zwei Monate nach seinem Börsengang und eine Woche nachdem das Unternehmen eingeräumt hatte, dass Konzernchef Bennett 430 Millionen Dollar (293 Millionen Euro) an Schulden aus den Büchern zurückgehalten habe. Banken, Anleihebesitzer und Aktionäre verloren zusammen mehr als eine Milliarde Dollar. Durch die Refco-Pleite flog auch die Affäre um spekulative Geschäfte der BAWAG in der Karibik Ende der neunziger Jahre auf. Sie führte letztlich zum Verkauf der Gewerkschaftsbank an ein Konsortium um den US-Investor Cerberus.

(apa/red)

16.2.2008 15:02