Sparbuch in Österreich immer beliebter: Liegt nur noch knapp hinter Bausparvertrag
- Beim Sparen werden große Risiken gerne vermieden
- Investition in Immobilien als interessante Anlageform

Die Österreicher gehen beim Geldanlegen gerne auf Nummer sicher, geht aus der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK zum Sparverhalten der Österreicher hervor. Auf einem All-Time-High in der Beliebtheitsskala ist das klassische Sparbuch, das sich mittlerweile Platz eins der Beliebheitsskala nähert und nur mehr knapp hinter dem Bausparvertrag liegt. Die Börsenkrise lässt die Österreicher unbeeindruckt, das Interesse an Aktien und Investmentfonds ist stabil.
Die Unschlüssigkeit der vergangenen Quartale sei nun vorbei: Die Österreicher wüssten mehr denn je, welche Sparformen für sie interessant seien. Das Sparbuch erlebt seit Beginn des Jahrtausends eine Renaissance: Im vierten Quartal 2007 lag das Sparbuch auf der Rangliste der beliebtesten Sparformen mit 46 Prozent knapp hinter dem Bausparvertrag (48 Prozent). Dies sei der höchste Wert, den das Sparbuch im seit 20 Jahren erhobenen "Stimmungsbarometer Spar- und Anlageformen" erreichte, so GfK-Experte Alexander Zeh. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 erreichte das Sparbuch nur 15 Prozent und lag damals weit abgeschlagen hinter Anlageformen wie Bausparen (53 Prozent), Lebensversicherungen (36 Prozent) oder Aktien (29 Prozent).
Die Gründe für die enorme Beliebtheit des klassischen Sparbuchs sieht Zeh in der offensiven Konditionenpolitik und -kommunikation der Finanzdienstleister, aber auch in der Eignung des Sparbuchs und der Sparkarte für die Befriedigung primärer Sparziele. Im Besitz eines Sparbuchs sind drei Viertel der Österreicher über 15 Jahre. Die Sparbuch-Rally könnte durchaus anhalten, ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Bausparvertrag möglich sein, erwartet Zeh. Der Bausparvertrag werde in der Anlegergunst stabil bleiben, 48 Prozent der Österreicher besitzen laut GfK-Daten einen "Bausparer".
Gewachsen ist das Interesse an der Veranlagung des Kapitals in Immobilien. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Befragten betrachten Immobilien als interessante Anlageform, was einem Höchstwert im 3-Jahres-Schnitt entspricht. Für 23 Prozent ist der Erwerb von Grundstücken interessant.
Die Geldanlage in eine Lebensversicherung rangiert auf der Beliebtheitsskala mit 28 Prozent auf Platz drei. Die Pensionsvorsorge mit staatlicher Förderung (Zukunftsvorsorge) halten 22 Prozent für besonders interessant und eine private Zusatzpension 15 Prozent.
Von der Börsenkrise zeigen sich die Österreicher unbeeindruckt. Das Interesse an Anlagen in Investmentfonds erreiche auch aktuell einen Wert von 19 Prozent und bestätigt damit das stabile, leicht positive Niveau der letzten Quartale, heißt es in der GfK-Mitteilung. Bei den Aktien sei die negative Entwicklung des dritten Quartal (13 Prozent) zumindest abgefedert, sie liegen mit 15 Prozent wieder auf stabilem Niveau.
(APA/red)

