Donnerstag, 14. Februar 2008

Neue Härte bei Bundesliga-Lizenzierung:
Strengere Regeln sollen Pleiten verhindern

  • Pangl: "Es werden keine Ausnahmen mehr toleriert"
  • Insolvenz bedeutet nun automatisch Zwangsabstieg

Finanzfälle wie SW Bregenz, Sturm Graz oder Grazer AK sollen der heimischen Fußball-Vergangenheit angehören. Die Bundesliga kennt ab heuer in Sachen Lizenz nämlich keinen Pardon mehr und legt im Verfahren strengere Maßstäbe an. "Die Bestimmungen sind so professionell und verschärft wie nie zuvor", sagte Bundesliga-Vorstand Georg Pangl in Wien.

Namen seien künftig nur noch Schall und Rauch, Eitelkeiten fehl am Platz. "Wir haben aus der Vergangenheit gelernt. Unter dem Strich muss alles passen, die geforderten Kriterien zur Erlangung einer Bundesliga-Lizenz müssen erfüllt werden. Das ist auch im Sinne des Fußballs", meinte der Burgenländer. Sollte ab 2008/09 während der Saison über einen Verein eine Insolvenz eröffnet werden, steigt dieser zu Saisonende automatisch um eine Spielklasse ab.

Für den Fall, dass ein mögliches (Zwangs-)Ausgleichsverfahren nicht bis 15. März (Termin der Einbringungen eines Lizenzantrages für die folgende Saison) abgeschlossen ist, scheidet der Club aus dem Profi-Fußball, sprich Bundesliga, aus. "Die Buchhaltung der Vereine wird außerdem bis zu zwölfmal jährlich pro Verein kontrolliert, Ausnahmen werden nicht mehr toleriert", erklärte Pangl, der das gesteigerte Bewusstsein einer ordentlichen Gebarung in den Vereinen schon festgestellt hat.

Sechs von zehn Clubs der T-Mobile-Liga hätten das Spieljahr 2006/07 wirtschaftlich positiv abgeschlossen. "In der Winterpause 2006/07 wurden von den Vereinen der T-Mobile- und Red Zac-Liga noch 76 Spieler verpflichtet, diesmal waren es nur 36. Man sieht, der von den Clubs eingeschlagene Weg der budgetären Konsolidierung geht weiter". Weitere Neuerungen im Lizenzierungsverfahren sind die Einbeziehung der Spieler-Gewerkschaft (VdF) und des ÖFB in das Lizenz-Gremium.

Dreijährige Wartezeit bei Vereinsumzug
Ab 17. März ist die Lizenz-Erteilung an einen Verein nur noch dann möglich, wenn er schon mindestens drei Jahre im entsprechenden Landesverband gemeldet war. Das heißt, bei einem Standort-Wechsel über die Grenzen des Bundeslandes hinaus gilt eine dreijährige Wartezeit. Und Spieler müssen schriftlich bestätigen, dass es nur einen Vertrag mit einem Verein gibt und per 31.12. keine überfälligen Verbindlichkeiten seitens des Clubs vorliegen.

Die Saison nach der EM beginnt nunmehr am 9. Juli, im Herbst wird bis 13. Dezember gespielt, das Fußball-Frühjahr 2009 wird in der zweiten Februar-Hälfte angepfiffen. Pangl deutete an, dass für die Zukunft versucht wird, das Übergewicht zwischen Herbst- und Frühjahrsrunden - dieses Saison lautet das Verhältnis 23:13 - auszugleichen. Ab 2008/09 wird der Österreicher-Topf auf "mindestens 12 Österreicher auf dem Spielbericht" (bisher 11) erhöht. Der effektive Anteil eingesetzter Österreicher in der T-Mobile hat sich innerhalb der vergangenen vier Saisonen um rund 10 Prozentpunkte auf 64,9 Prozent erhöht

Auf Sponsorensuche
Bis zum Beginn der Bundesliga 2008/09 muss die Bundesliga einen Vertrag mit Bewerbsponsoren abschließen, da die derzeit gültigen Verträge mit T-Mobile bzw. Red Zac per 30. Juni 2008 enden. Dazu Pangl: "Es gibt mit beiden Partnern gute Gespräche, deren Ausgang aber offen sind."

Die zweite Spielklasse wird 2008/09 noch von zwölf Vereinen bestritten. "Aber die Zwölferliga hat nicht das gebracht, was wir von ihr erwartet haben. Die meisten Aufsteiger sind marod", meinte dazu der Liga-Vorstand. In Sachen TV-Partner (ORF und Premiere) besteht derzeit kein Arbeitsbedarf, die Kontrakte laufen noch zweieinhalb Jahre. "Aber wir werden bald mit dem Vorlauf beginnen, um optimale Ergebnisse herauszuholen", so Pangl.
(apa/red)

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14.2.2008 15:16