Geigt Trapattoni bald als Trainer der Iren?
Dürfte Salzburg mit Saisonende verlassen
- Endgültige Entscheidung fällt vermutlich heute
- Red Bull sucht bereits nach adäquatem Nachfolger

Giovanni Trapattoni dürfte bereits heute als neuer irischer Fußball-Nationaltrainer präsentiert werden. Der irische Verband hat für Mittwochnachmittag eine Vorstandssitzung angesetzt, in der der Vorschlag Trapattoni angenommen werden soll, berichteten mehrere irische Medien. Im Anschluss an die Sitzung in einem Vorort von Dublin ist eine Pressekonferenz geplant, in der erstmals Details des Engagements öffentlich gemacht werden sollen.
Trapattoni würde seine Arbeit in Irland frühestens im Mai nach Ende der laufenden österreichischen Bundesliga aufnehmen. Der Vertrag des 68-jährigen Italieners bei Meister Red Bull Salzburg läuft mit Saisonende aus. Über seine neuen beruflichen Zukunftspläne hat Trapattoni die Salzburger noch nicht informiert. "Wir haben nicht darüber gesprochen", bestätigte Red-Bull-Sportdirektor Heinz Hochhauser. Dennoch ist im Moment davon auszugehen, dass der Startrainer den Club verlässt.
Salzburger beobachten mögliche Nachfolger
"Ganz unvorbereitet trifft uns das nicht, sollte es wirklich so sein", erklärte Hochhauser, der sich auf Dienstreise in Brasilien befand. "Für mich ist es nichts Großartiges, wenn sein Vertrag ausläuft." Die Trainerfrage sei ohnehin Chefsache, betonte Hochhauser - also eine von Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz. Zeitdruck herrsche in der Nachfolge-Frage aufgrund der noch nicht erfolgten Information durch Trapattoni nicht. "Man beobachtet den Markt sowieso laufend", erklärte Hochhauser.
Adäquater Trainer mit internationaler Erfahrung
Salzburg ist jedenfalls neuerlich hinter einem international profilierten Trainer her, will man 2008 doch im dritten Anlauf erstmals in der Red-Bull-Ära in die Champions League einziehen. Es werde nach einem adäquaten Ersatz für Trapattoni gesucht, war aus Red-Bull-Kreisen zu erfahren. Davor stehen allerdings die 13 ausständigen Ligarunden im Vordergrund. "Ich will, dass diese Geschichte jetzt bald beendet ist", sagte Hochhauser.
Salzburgs vorangiges Ziel ist der Meistertitel
Der neue irische Nationaltrainer stehe in Salzburg nicht im Mittelpunkt. "Bei allem Respekt vor Irland, aber in Salzburg interessiert niemanden, wer irischer Teamchef wird. Uns interessiert, wie die Meisterschaft verläuft. Wir wollen Meister werden", betonte Hochhauser. Zumindest dieses Ziel deckt sich mit jenem von Trapattoni. Es wäre der elfte Meistertitel in der unvergleichlichen Trainerkarriere des Italieners, der zweite mit Salzburg. Alle Bewerbe zusammengerechnet hält der "Maestro" bei insgesamt 22 nationalen und internationalen Titeln.
Diese Bilanz dürfte auch in Irland Eindruck gemacht haben. Der Vorstandschef des Verbandes, John Delaney, flog bereits nach Norditalien, um dort mit Vertretern Trapattonis letzte Details zu klären. Der Vertrag des Italieners soll neuesten Angaben zu Folge zwei oder drei Jahre laufen und mit bis zu 1,7 Millionen Euro jährlich dotiert sein.
(apa/red)
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