Trotz verlorener Punkte durch Einfädler:
Niki Hosp gibt große Kugel nicht verloren
- Schild fehlt trotz zweitem Platz weiter die Sicherheit
- Konkurrentin Vonn trotz Abesenheit große Siegerin
·ÖSV-Asse verfehlen Sieg im Zagreb-Slalom
Poutiainen gewinnt vor Schild - Hosp fädelt ein
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Halbzeit-Führung durch Marlies Schild und Nicole Hosp - am Ende der Sieg für die Finnin Tanja Poutiainen sowie Schild als Zweite im Klassement und Hosp ausgefallen. Österreichs Ski-Damen haben aus dem Ausgang des Weltcup-Slaloms auf dem Bärenberg von Zagreb folgende Erkenntnisse gewonnen: Hosp sieht im Kampf um den Gesamtweltcup noch nichts verloren, und Schild, der die Slalom-Sicherheit etwas abhandengekommen ist, will in der kommenden Saison auf einige Abfahrten verzichten.
Die Titelverteidigerin im Gesamtweltcup hat die Abwesenheit der mit ihr ex aequo die Wertung anführenden US-Amerikanerin Lindsey Vonn nicht genützt. "Ich bin wirklich sehr verärgert, ich habe hier wichtige Punkte für den Gesamtweltcup liegen lassen", sagte die enttäuschte Hosp nach ihrem Einfädler im zweiten Durchgang. "Dieser Berg fuchst mich, ich war hier noch nie besser als Vierte, ich hoffe, dass er nun endlich Frieden schließt mit mir."
Im Gesamtweltcup herrscht damit weiterhin Pattstellung, und weil auch die Deutsche Maria Riesch ebenfalls das Ziel nicht sah, blieb die Spitze unverändert. Hosp und Vonn liegen mit 983 Zählern vor Riesch (881) und der neuen Vierten Schild (847). Das Restprogramm bringt nun noch drei Abfahrten, je zwei Riesentorläufe, Slaloms und Super-Kombinationen sowie einen Super-G.
Riesch mit Frust im Gepäck
Für die Bewerbe in Whistler Mountain ist Vonn bestens akklimatisiert und ausgeruht. Das ÖSV-Damenteam reiste via Lear-Jet aus Kroatien zurück in die Heimat und fliegt in Kürze nach Kanada. Die größten Strapazen nahm Riesch auf sich, die mit ihrem Servicemann die siebenstündige Autofahrt nach Garmisch antrat - mit dem Frust im Gepäck. "Sehr bitter, eine weite Reise für nichts! Das hätte ich mir auch sparen können. Vielleicht hätte ich es wie Lindsey machen sollen, eine Pause wäre besser gewesen", hatte die Deutsche gemeint.
Auch für Österreichs Alpinchef Hans Pum war die Abwesende die große Siegerin an diesem Abend. "Lindsey hat heute gewonnen", meinte er. Hosp indes schiebt die Gedanken an die große Kugel nun erst einmal beiseite. "Ich werde jetzt nicht mehr an den Gesamtweltcup denken. Ich schaue nur noch von Rennen zu Rennen. Heute ist weder eine Entscheidung im Gesamtweltcup noch im Slalom-Weltcup gefallen. Das wird erst beim Finale in Bormio passieren", machte sich die 24-jährige Riesentorlauf-Weltmeisterin selbst Mut.
Schild denkt zuviel nach
In der Slalomwertung gab sie zwei Rennen vor Schluss die Führung an Schild ab, die nun 75 Zähler Vorsprung hat. Nach zwei Siegen bei der "Snow Queen Trophy" wurde es Platz zwei für die Salzburgerin. "Natürlich wollte ich gewinnen. Aber ich denke derzeit oft zu viel nach und bin auch keine Maschine. Ich bin nicht so sicher auf Slalomskiern wie im letzten Jahr. Ich war so viel auf der Abfahrt, dass ich nicht viel Zeit zum Slalomtraining hatte", sagte sie. Sie habe auch gesehen, dass es derzeit nicht anders gehe, als dass sie am Limit fahre. "Ich habe das Gefühl, dass ich alles geben muss."
Mit den Ausfällen habe sie auch die Sicherheit verloren, sagte Schild, die noch in der vergangenen Saison alle neun Weltcup-Torläufe beendet und sieben davon gewonnen hatte. Für den nächsten Skiwinter plant sie deshalb, auf die eine oder andere Abfahrt zu verzichten. "Ich bin heuer jedes Rennen gefahren, neben mir hat das, hat man mir gesagt, nur Maria Riesch gemacht. Die technisch schweren Abfahrten werde ich weiterhin bestreiten, aber einige andere nicht mehr." (apa/red)
