Ivica Kostelic will am Heimberg angreifen:
Kroatiens Ass ist am Sljeme aufgewachsen
- Nach vier Podestplätzen en suite wieder reif für Sieg
- Am Bärenberg werden 25.000 Zuschauer erwartet

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Mit insgesamt vier Podestplätzen an vier Wochenenden en suite hat sich Ivica Kostelic rechtzeitig für den heutigen Heimslalom in Zagreb warmgefahren. An Motivation mangelt es dem 28-Jährigen für seinen ersten Weltcupbewerb vor kroatischem Publikum nicht, nach den Erfolgen in der Super-Kombination in diesem Winter (zwei zweite, ein dritter Rang) landete der Slalom-Weltmeister von 2003 als Dritter in Garmisch-Partenkirchen erstmals seit 18. Dezember 2006 (Dritter in Alta Badia) in seiner Spezialdisziplin wieder auf dem Podest.
Auf dem Sljeme fühlt sich Kostelic mehr als nur wohl. "Ich bin", sagte er, "auf diesem Hang aufgewachsen." Wann immer es die Bedingungen erlaubten, trainierte er auf dem Bärenberg. "Es gibt nur ein kurzes, steiles Stück am Anfang, der Rest ist flach bis mittelsteil. Es ist normalerweise ein schneller und langer Kurs, der dich körperlich fordert. Es ist wichtig, dass man sich auch noch auf den letzten Abschnitt konzentriert, weil man schon müde ist", sagte der Fischer-Pilot und versprach. "Ich werde so gut fahren, wie ich kann. Für mich ist es ein spezielles Rennen."
Nach dem Rückzug von Ivicas Schwester Janica aus dem Skizirkus im Herbst 2006 ebbte das mediale Interesse am Alpinsport in Kroatien ab. Die vierfache Olympiasiegerin hatte eine Popularität in der Heimat genossen, wie vor ihr als Einzelsportler Wimbledonsieger Goran Ivanisevic. "Zur Zeit von Janicas Erfolgen war Skifahren sehr beliebt, beliebter sogar als Fußball. Nach ihrem Rücktritt ging es zurück. Aber nach ein paar erfolgreichen Rennen im Jänner und als zwei Kroaten in Val d'Isere auf dem Podium waren, ist wieder jeder verrückt nach Skifahren", erzählte Ivica Kostelic, der im WM-Ort von 2009 Super-Kombi-Zweiter wurde und gemeinsam mit seinem Landsmann und Freund Natko Zrncic-Dim (Dritter) auf dem Podest stand.
Die Zagreber Weltcup-Slaloms, in denen alleine die Sieger beider Rennen jeweils 60.000 Euro bekommen und die Top 30 Preisgeld kassieren, sind top organisiert und äußert beliebt. Für die Damen sind sie sogar das Highlight in diesem Winter, der ohne Großereignis auskommen muss. Bei den Herren kann eine Vorentscheidung im Kampf um die kleine Kristallkugel fallen, der Franzose Jean-Baptiste Grange liegt drei Rennen vor Schluss mit 462 Punkten 91 Zähler vor dem Südtiroler Manfred Mölgg sowie 154 vor Benjamin Raich und 157 vor Mario Matt. Kostelic hat 249 Punkte auf dem Konto, und liegt damit praktisch aus dem Kugelrennen. Aber was hier für ihn zählt, ist ein Toprennen vor 25.000 Zuschauern.
Sechs Knieoperationen hat der Kroate schon hinter sich, jetzt ist der Hobby-Gitarrist absolut auf dem Weg zurück in die Spitze: "Wir haben in den vergangenen Saisonen sehr hart gearbeitet. Letzte Saison ist mein Knie besser und besser geworden. Aber ich hatte große Probleme mit meinem Material", sagte er. Nun hält das Knie, der Materialwechsel machte sich bezahlt und der neue Lochski funktioniert.
(apa/red)
