Mittwoch, 13. Februar 2008

Tour de France schließt Team Astana aus:
Contador kann seinen Titel nicht verteidigen

  • Veranstalter reagieren auf Dopingfälle im Vorjahr
  • Auch Rene Haselbacher ist bei Astana unter Vertrag

Das Radteam Astana mit Vorjahressieger Alberto Contador darf bei der 95. Tour de France nicht an den Start gehen. "Es gibt keine Chance, dass Astana bei der Tour startet. Astana ist bei keinem der Rennen willkommen, die wir 2008 organisieren", sagte Sprecher Matthieu Desplats vom Tour-Veranstalter ASO. Das Verbot gilt neben der Tour de France für alle durch die ASO organisierten Konkurrenzen wie etwa Paris - Nizza, Paris - Roubaix oder Fleche Wallonne.

Zuvor hatte der kasachische Rennstall Astana bereits das Aus für den Giro d'Italia hinnehmen müssen. Mit der Absage für die Frankreich-Rundfahrt bleibt dem Spanier Contador, der selbst dem Doping-Verdacht ausgesetzt war, die Chance verwehrt, seinen Gesamtsieg aus dem Vorjahr zu verteidigen. Mit dem Vorjahres-Dritten Levi Leipheimer (USA) und dem zweifachen Tour-Zweiten Andreas Klöden (GER) dürfen zwei weitere Mitfavoriten nicht an den Start gehen.

Der Ausschluss von den Rennen betrifft mit dem Burgenländer Rene Haselbacher, der seit dem Vorjahr bei Astana unter Vertrag steht, auch einen Österreicher. Die ASO reagierte mit den Maßnahmen auf Doping-Verwicklungen des kasachischen Rennstalls. Unter anderem waren im Vorjahr die Kasachen Alexander Winokurow und Andrej Kascheschkin während bzw. unmittelbar nach der Tour de France des Dopings überführt worden.

Zeichen der Erneuerung in den vergangenen Monaten - wie etwa die Einsetzung eines neuen Managements um den Belgier Johan Bruyneel sowie die Verpflichtung neuer Fahrer - reichten nicht aus, um die ASO umzustimmen. Ausschlaggebend für die Entscheidung war "der Schaden, den das Radteam Astana dem Radsport insbesondere 2006 und 2007 zugefügt hat", wird ein ASO-Vertreter zitiert. 2006 war das Astana-Vorgängerteam Liberty Seguros in den Dopingskandal um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes verwickelt gewesen.

Die Ausladung Astanas ist auch deshalb möglich, weil die ProTour-Rennställe im Gegensatz zu früheren Jahren heuer keine Fixplätze in den großen Rundfahrten haben, nachdem sich deren Veranstalter nicht mit dem Weltverband UCI geeinigt haben.
(apa/red)

13.2.2008 16:40