Dienstag, 12. Februar 2008

Rogan startet bei EM im Ganzkörper-Anzug:
Neuer "Laser Racer" begeistert Schwimmer

Kurzbahn-Europameister Markus Rogan wird vom 18. bis 24. März bei den Schwimm-Europameisterschaften in Eindhoven erstmals bei einem Langbahn-Großereignis ernsthaft auf einen Ganzkörper-Anzug setzen. Hatte der 25-Jährige dies bisher abgelehnt, ist ihm nun die Entwicklung des neuen Anzugs seines Ausrüsters Speedo diesen Versuch wert. Denn der LZR Racer (sprich: Laser Racer) soll die bis dato beste Schwimm-Bekleidung sein.

Die aufwändige Präsentation des neuesten Produkts des 80 Jahre alten Unternehmens ging in vier Weltmetropolen über die Bühne. Der in den dreijährigen, mehrere Millionen Euro teuren Entwicklungsprozess wie rund ein Dutzend andere Top-Schwimmer stark eingebundene US-Superstar Michael Phelps war an drei dieser Destinationen persönlich dabei, von Sydney reiste er über Tokio nach New York.

Zeitlich gesehen an dritter Stelle lag London, Phelps war per Einspielung präsent. Vor rund 240 europäischen Journalisten im Zentrum der englischen Hauptstadt führten mit Rogan, Thomas Rupprath (GER), Hugues Dubosq (FRA), James Goddard, Liam Tancock und Caitlin McClatchey (alle GBR) sechs Top-Athleten die dritte Weiterentwicklung des im Jahr 2000 eingeführten Fastskin - des ersten Ganzkörper-Anzugs - vor.

"Das Ding ist nicht schlecht"
Rogan zeigt sich von seinem für alle europäischen Speedo-Athleten in Grau- und Schwarztönen gehaltenen neuen Bekleidungsstück durchaus angetan: "Das Ding ist nicht schlecht." Für die Amerikaner und die Australier sind andere Farbtöne vorgesehen. Rogan will den Anzug das erste Mal bei einem kleinen Meeting in Lyon tragen.

Anzug bietet große Bewegungsfreiheit
Der Wiener war ebenfalls in die Entwicklung eingebunden, sieht ein stabilisierendes Element im Hüft-Bereich als wesentliches Merkmal. "Das ist wichtig, denn dort wird man beim Schwimmen zuerst müde", meinte der zweifache Olympia-Zweite von Athen 2004, wobei er auch die größere Bewegungsfreiheit im Oberkörper-Bereich hervorhebt. "Wenn es mir nur eine Hundertstel bringt, zahlt es sich schon aus."

Rogan will und muss im Streben nach Olympia-Gold im August in Peking jede Kleinigkeit ausreizen, um das Erreichen seines großen Ziels realistischer werden zu lassen. "Den psychologischen Effekt des Anzugs darf man da nicht unterschätzen", erklärte Österreichs "Sportler des Jahres 2004". Für Phelps sieht Rogan den Weg zu den angestrebten acht Olympia-Goldmedaillen trotz des LZR Racer noch nicht geebnet: "Viele andere werden ihn ja auch tragen."

Phelps fühlt sich "wie Rakete im Wasser"
Der wohl beste Schwimmer der Gegenwart ist von seinem neuen Arbeitsgewand jedenfalls angetan: "Ich fühle mich wie eine Rakete im Wasser", lässt Phelps für die Spiele in China auf Weltrekorde hoffen. Der ab Mai auch im Handel erhältliche Anzug ist nicht nur wie sonst üblich im Speedo-Strömungskanal Aqualab getestet worden, sondern in einer Zusammenarbeit mit der US-Raumfahrtbehörde NASA auch im Windkanal.

Dadurch wurde der LZR Racer leichter als die Vorgängermodelle. Erstmals wurde ein Schwimmanzug komplett per Ultraschall-Verfahren verschweißt, um eine perfekte, stromlinienförmige Oberfläche zu erreichen. Im Vergleich zum 2004 auf den Markt gebrachten Fastskin FSII soll der passive Widerstand im Wasser um zehn Prozent reduziert sein. Auch soll eine bessere Sauerstoffaufnahme und damit schnelleres Schwimmen möglich ein.

Höhentrainingslager vor Olympia
In Rom wird Rogan seinen neuen Schwimm-Anzug erstmals im Training testen. Abgesehen vom Wettkampf in Lyon wird das OSV-Ass bis zu den Europameisterschaften in Eindhoven in Italien trainieren. Schon fix eingeplant ist vor Olympia ein weiteres Höhentrainingslager mit dem italienischen Team. Mit diesem war Rogan zuletzt für drei Wochen in Miami, genoss dabei beste Bedingungen und herrliches Wetter.
(apa/red)

12.2.2008 16:17