"Dann ist Sache gelaufen": Hillary Clinton muss in Texas unbedingt den Sieg holen!
- Vorwahlen auch in Ohio: Ohne Sieg droht das Aus
- Obama baut Vorteil auf 1253 zu 1211 Stimmen aus

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Hillary Clinton braucht nach Ansicht eines ihrer engsten Beraters unbedingt Siege bei Vorwahlen in Texas und Ohio am 4. März, um im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten zu bleiben. "Sie liegt hinten. Täuscht euch nicht. Wenn sie entweder Texas oder Ohio verliert, ist die Sache gelaufen", sagte James Carville nach Angaben der Regionalzeitung "Orlando Sentinel" bei einer Wahlveranstaltung in Florida.
Bereits Anfang der Woche hatte Carville im US-Nachrichtensender CNN gesagt, dass Clinton wohl die Vorwahlen in diesen beiden Staaten und in Pennsylvania (am 22. April) werde gewinnen müssen. In diesen drei Staaten ist rund die Hälfte der noch zu vergebenden Delegiertenstimmen zu holen. "Wenn sie einen der drei verliert, dann wird wahrscheinlich Senator Obama die Nominierung bekommen", sagte der Wahlkampfstratege, der im Jahr 1992 maßgeblich zum Sieg von Hillarys Ehemann Bill Clinton bei der US-Präsidentenwahl beigetragen hatte.
Clintons als "Comeback Kids"?
Allerdings warnte Carville davor, den schwarzen Senator Barack Obama frühzeitig zum Sieger im Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur zu erklären. "Ich habe schon mehrmals miterlebt, wie die Clintons ausgezählt wurden. Ich wäre da sehr zurückhaltend." Bill Clinton (US-Präsident 1993-2001) hat den Spitznamen "Comeback kid", weil er immer wieder in aussichtslos scheinenden Situationen die Rückkehr schaffte. Hillary Clinton legte nach einem Fehlstart in Iowa Anfang Jänner ebenfalls ein überraschendes Comeback hin und gewann die Vorwahl in New Hampshire überraschend vor Obama.
Acht Vorwahl-Niederlagen in Serie
Clinton hat acht Vorwahl-Niederlagen gegen Obama hinnehmen müssen. Mit Siegen bei den drei "Potomac"-Vorwahlen um die Bundeshauptstadt Washington DC konnte der schwarze Senator aus Illinois seine Rivalin erstmals in der Gesamtzahl der Delegiertenstimmen für den demokratischen Nominierungsparteitag im Sommer überholen. Einer am Mittwochabend aktualisierten Zählung des US-Nachrichtensenders CNN zufolge liegt Obama bereits mit 1253 zu 1211 Stimmen vor Clinton. Dabei hat die frühere "First Lady" fast 80 "Superdelegierte" mehr auf ihrer Seite hat als ihr Kontrahent. Diese Delegierten sind hohe Parteifunktionäre, die am Nominierungskongress mitstimmen dürfen, ohne an das Ergebnis der Vorwahlen gebunden zu sein. Insgesamt sind für die Nominierung 2025 der 4049 Stimmen (darunter fast 800 "Superdelegierte") nötig.
Die Vorwahlen in den beiden bevölkerungsreichen Staaten Texas und Ohio am 4. März, wo es um insgesamt knapp 400 Delegierte geht, gelten als letzte Chance für Clinton, den Trend zu ihren Gunsten umzudrehen. Die New Yorker Senatorin baut auf die besondere demografische Struktur dieser Staaten mit vielen Latinos beziehungsweise Arbeitern, bei denen Obama bisher nicht so gut ankam. Umfragen sagen Clinton in diesen Staaten einen Sieg voraus. Ein knapper Vorsprung auf Obama bringt ihr jedoch wenig, da der Sieger nicht alle Delegierten des Staates zugesprochen bekommt, sondern nur seinen proportionalen Anteil. Um ihren Rückstand wettzumachen, müsste Clinton in Texas und Ohio "70 bis 75 Prozent der Stimmen bekommen", sagte der Politikexperte Jack Rafferty im CNN. Dies sei sehr unwahrscheinlich. Er glaube daher nicht, dass Clinton noch Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur hat.
(apa/red)
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