Klare Siege bei drei weiteren Vorwahlen:
"Obama-Express" überholt erstmals Clinton
- Obama siegt in Virginia, Washington DC & Maryland
- Republikaner: McCain gibt sich weiter keine Blöße
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Primaries, Caucus and the winner takes it all

Mit Siegen bei den Vorwahlen der Demokraten in den US-Bundesstaaten Virginia und Maryland sowie in der Hauptstadt Washington D.C. hat Barack Obama seine Erfolgsserie fortgesetzt. Der Senator für den Bundesstaat Illinois überholte zudem im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur die Senatorin für New York und frühere First Lady Hillary Clinton. Sieger der drei Abstimmungen bei den Republikanern ist der Senator für Arizona, John McCain. Er liegt in Führung vor dem ehemaligen Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, der ihn kaum noch einholen dürfte.
US-Zeitungen sprachen von einem möglichen Wendepunkt im Zweikampf zwischen Obama und Clinton, die als klare Favoritin in das Rennen gegangen war. Obamas dreifacher Sieg am sogenannten "Potomac Tuesday" - nach dem Fluss, der durch die US-Hauptstadt sowie durch Virginia und Maryland fließt - ist für Clinton eine schwere Schlappe.
Obama schlägt Clinton deutlich
Der Sieg des Senators von Illinois in Washington D.C. war wegen des dortigen hohen Anteils von Schwarzen an der Bevölkerung erwartet worden. Auch in Virginia und Maryland hatte er als Favorit gegolten. Doch sein Vorsprung vor der Senatorin aus New York fiel sehr deutlich aus: Nach Auszählung fast aller Stimmen in Virginia holte Obama 64 Prozent gegenüber 36 Prozent für Clinton in Virginia, führte nach Teilergebnissen in Maryland 62 zu 35 Prozent, in Washington 76 zu 24 Prozent.
McCain baut Vorsprung aus
Der Republikaner McCain baute seinen Vorsprung gegenüber seinem Konkurrenten Huckabee weiter aus. In Washington lag er mit 68 zu 17 Prozent am deutlichsten in Führung. In Maryland kam er auf 54, Huckabee auf 31 Prozent. In Virginia war McCains Vorsprung mit 50 zu 41 Prozent weniger groß. Hier erzielte der ehemalige Baptistenprediger Huckabee einen Achtungserfolg und führte McCain damit einmal mehr vor Augen, dass ihm der konservativ bis christlich-fundamentalistische Flügel der Republikaner wenig zugeneigt ist. Vor seinen Anhängern in Alexandria in Virginia erwies McCain Huckabee seine Reverenz und bezeichnete ihn als seinen "Freund".
Obama: "Das ist die neue Mehrheit in Amerika!
"Das ist die neue Mehrheit in Amerika", rief Obama seinen Anhängern im Madison im Bundesstaat Wisconsin zu, wo er bereits für die nächste Vorwahl kandidierte. "So sehen Veränderungen aus, wenn sie von unten kommen." Wie bisher fand der 46-jährige Afroamerikaner massive Unterstützung der gebildeten Wähler, Bürger höherer Einkommensschichten und der Schwarzen. Allerdings zeigten Umfragen, dass er nun auch bei Frauen, Hispanics - inzwischen die größte Minderheit in den USA - älteren Wählern sowie bereiteren Bildungs- und Einkommensschichten hinzugewonnen hat. Bei den Weißen teilte er sich die Stimmen mit Clinton.
Clinton-Wahlkampf in Schwierigkeiten
Die ehemalige First Lady reiste noch vor der Veröffentlichung der Ergebnisse nach Texas. In dem Bundesstaat mit der zweitgrößten Bevölkerung finden Anfang März Vorwahlen statt. Bei einem Auftritt in El Paso erwähnte die 60-Jährige ihre Niederlagen im Osten des Landes mit keinem Wort. "In drei Wochen werden wir durch Texas hindurchfegen", kündigte sie an. Clinton steht dabei vor der Aufgabe, wieder für Ruhe in den eigenen Reihen zu sorgen. Ihr Vize-Wahlkampf-Chef Mike Henry kündigte. Zwei Tage zuvor hatte Wahlkampfleiterin Patti Solis Doyle ihren Posten geräumt. Die Wechsel im Team werden von Experten als deutliches Zeichen dafür gewertet, dass sich Clintons Wahlkampf in Schwierigkeiten befindet.
Obama in Führung
Clinton ist wie Obama noch weit von den 2025 Delegierten entfernt, die sie für die Nominierung auf dem Parteitag im Sommer brauchen. Jedoch konnte Obama erstmals in der laufenden Zählung die Führung übernehmen. Nach Berechnungen von CNN unterstützen ihn nun 1.215 Delegierte, Clinton 1.190. Zwar hatte Obama zuvor bereits bei den Delegierten geführt, die bei den Vorwahlen in den einzelnen Bundesstaaten bestimmt werden (pledged delegates). Dazu kommen bei den Demokraten jedoch noch sogenannte "Superdelegierte", die nicht in ihrem Stimmverhalten gebunden sind. Erstmals liegt er nun bei der geschätzten Gesamtzahl vorn.
Umfrage: Obama knapp vor McCain
Würden die Amerikaner schon jetzt ihren neuen Präsidenten wählen, würde Obama knapp vor McCain liegen. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Wäre Hillary Clinton die Kandidatin der Demokraten, lägen sie und McCain praktisch gleichauf. Der Nachfolger von Präsident George W. Bush wird Anfang November gewählt. Er selbst darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.
(APA/red)
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