Freitag, 15. Februar 2008

Leterme auf Intensivstation: Designierter Premier muss mit Darmblutungen im Spital

  • Soll am 23. März Regierungschef-Amt übernehmen

Der belgische Vizepremier und designierte Regierungschef Yves Leterme ist schwer erkrankt und wird auf der Intensivstation behandelt. Wie lange er im Krankenhaus bleiben müsse, lasse sich noch nicht absehen, teilte Letermes Sprecher, Peter Poulussen, mit. Nach derzeitigen Planungen solle der Politiker die Intensivstation aber schon bald wieder verlassen.

Leterme leide an einer inneren Blutung des Magendarmsystems, sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur Belga. Zunächst hatte es geheißen, er sei an einer Grippe erkrankt. Leterme war in das Krankenhaus von Löwen bei Brüssel gebracht worden. Er soll am 23. März das Amt des Premierministers übernehmen.

Justizminister Jo Vandeurzen, Christdemokrat wie Leterme, übernahm vorübergehend dessen Aufgaben zur Aufstellung des Budgets 2008. Belgien wird derzeit von einer Übergangsregierung unter dem liberalen Premierminister Guy Verhofstadt geführt.

Leterme war als Gewinner aus der Parlamentswahl vom 10. Juni 2007 hervorgegangen, die das Land in eine beispiellose innenpolitische Krise gestürzt hatte. Wegen des Konflikts zwischen der niederländischsprachigen Bevölkerungsmehrheit in Flandern und den frankophonen Wallonen im Süden scheiterten bisher die Bemühungen um eine Regierungsbildung. Leterme, der derzeit für den Haushalt und die institutionellen Reformen in Belgien zuständig ist, spielt als Chefunterhändler zwischen Flamen und Wallonen eine Schlüsselrolle beim Versuch, eine Regierung zustande zu bringen. (apa/red)

15.2.2008 18:54