Krisengespräche in Kenia: Vermittler Annan glaubt an "erheblichen Fortschritt"
- Verhandlungen sollen am Dienstag fortgesetzt werden
- Bush will Rice zu Vermittlungsmission entsenden

Bei den Gesprächen zur Beilegung des Konflikts in Kenia gibt es nach Angaben des Chefvermittlers Kofi Annan "erhebliche Fortschritte". Ein umfassendes Abkommen sei in greifbare Nähe gerückt. Die Verhandlungsparteien des umstrittenen Präsidenten Mwai Kibaki und des Oppositionsführers Raila Odinga wollten sich nun noch einmal mit ihren politischen Spitzen beraten, sagte der ehemalige UN-Generalsekretär am Freitag in Nairobi. Am Dienstag sollten die Verhandlungen fortgesetzt werden. "Es ist ein schwieriger Prozess, aber wir sind weit gekommen", sagte Annan.
Nach einer Reihe vergeblicher internationaler Vermittlungsversuche gelang es dem ehemaligen UN-Chef, die Konfliktparteien an einen Verhandlungstisch zu bringen. Seit fast vier Wochen laufen unter seinem Vorsitz Gespräche zur Lösung des gewaltsamen Machtkonflikts, bei dem seit den Präsidentenwahlen Ende Dezember mehr als tausend Menschen starben. Annan betonte die Notwendigkeit eines nationalen Versöhnungsprozesses und einer Untersuchung der Wahlen samt aller Unstimmigkeiten.
Wahlbetrug?
Odinga erkennt den Sieg Kibakis nicht an und spricht von Wahlbetrug. Auch internationale Wahlbeobachter und kenianische Menschenrechtsgruppen äußerten schwere Zweifel an der korrekten Auszählung der Stimmen. Am Montag wird auch US-Außenministerin Condoleezza Rice in Kenia erwartet.
Kibaki unter Druck
Kibaki steht unter wachsendem internationalen Druck, einer Teilung der Macht zuzustimmen. Unter anderem hatten die frühere Kolonialmacht Großbritannien und die USA Sanktionen wie etwa die Verweigerung von Visa angedroht, sollte Annans Mission scheitern.
Seit der Präsidentenwahl am 27. Dezember, deren Rechtmäßigkeit auch von internationalen Beobachtern angezweifelt wurde, ist es in Kenia zu schweren Unruhen und Kämpfen zwischen den Volksgruppen des Landes gekommen. Bei den Kämpfen starben nach Angaben des kenianischen Roten Kreuzes mehr als tausend Menschen, Hunderttausende sind auf der Flucht. Kenia galt einst als eines der stabilsten Länder Afrikas. (apa/red)
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