Hoffnung auf Ende der Teilung in Zypern: Nach überraschender Abwahl Papadopoulos'
- Kassoulidis und Christofias ringen um Platz eins

·Drei Favoriten bei der Wahl in Zypern
KLICKEN: Interessantes über die Kandidaten
·Vom Militär-Putsch bis zum Beitritt zur EU
KLICKEN: Eine kleine Chronologie Zyperns
Nach der unerwarteten Abwahl des zypriotischen Präsidenten Tassos Papadopoulos haben sich die beiden stimmenstärksten Kandidaten, die kommenden Sonntag in einer Stichwahl gegeneinander antreten, zur Überwindung der Teilung der Mittelmeerinsel bekannt. Der Chef der kommunistischen Fortschrittspartei des werktätigen Volkes (AKEL), Parlamentspräsident Demetris Christofias, und der von der konservativen Demokratischen Sammlungsbewegung (DISY) unterstützte Europaparlamentarier und Ex-Außenminister Ioannis Kasoulides (frühere Schreibweise: Cassoulides) haben ihren Willen zur "Öffnung" gegenüber den türkischen Zyprioten betont.
Auf Kasoulides entfielen nach dem von der Wahlkommission kundgemachten amtlichen Endergebnis der Wahl 33,51 Prozent der Stimmen, auf Christofias 33,29 und auf Papadopoulos 31,79. Die Wahlbeteiligung betrug 89,62 Prozent. Stimmberechtigt waren 515.994 Bürger des EU-Mitgliedstaates, neben den griechischen Zyprioten auch rund 400 Angehörige der türkischen Volksgruppe in Limassol und Pyla. Der auf fünf Jahre gewählte Präsident ist mit umfangreichen Befugnissen ausgestattet, er ist Staatsoberhaupt und Regierungschef in einer Person.
Christofias, dessen AKEL-Partei vor fünf Jahren Papadopoulos unterstützt hatte, und Kasoulides haben beide angekündigt, im Fall ihrer Wahl sofort Kontakt mit der türkisch-zypriotischen Führung aufzunehmen. Kasoulides, der unter dem Papadopoulos-Vorgänger Glafcos Clerides Außenminister gewesen war, ist einer der Architekten des EU-Beitritts Zyperns 2004. Er war einer der Befürworter des von der großen Mehrheit der griechischen Zyprioten 2004 abgelehnten UNO-Wiedervereinigungsplanes, den Papadopoulos und Christofias gleichermaßen verworfen hatten.
Der gescheiterte Plan des damaligen UNO-Generalsekretärs Kofi Annan, der einen Bundesstaat aus zwei ethnischen Kantonen zum Ziel hatte, verwehrte der Mehrheit der nach der türkischen Invasion 1974 aus dem Norden der Insel vertriebenen 200.000 griechischen Zyprioten und deren Nachkommen die Rückkehr in ihre Heimatorte, sah aber zugleich vor, dass ein großer Teil der von der Türkei angesiedelten 110.000 Festlandtürken und der 40.000 Mann starken türkischen Truppen auf der Insel bleiben kann. Völkerrechtlich ist die ganze Insel seit 2004 Mitglied der Europäischen Union, doch findet deren Regelwerk im Norden keine Anwendung. Die dortige Separatadministration "Türkische Republik Nordzypern" (KKTC) wird nur von Ankara anerkannt.
Zypern, eine vormalige britische Kronkolonie, die 1960 als binationale Republik der griechischen und türkischen Zyprioten unabhängig wurde, ist seit der türkischen Militärinvasion geteilt. Zur Teilung war es nach einem von der damaligen Athener Militärjunta gesteuerten Putschversuch gegen Präsident Erzbischof Makarios gekommen, der die militärische Intervention der Türkei nach sich zog, die seither den nördlichen Inselteil besetzt hält und der Republik Zypern die Anerkennung verweigert. Wegen der türkischen Haltung hat die EU die Beitrittsverhandlungen mit Ankara teilweise stillgelegt. Die Türkei weigert sich insbesondere, ihre Flug- und Seehäfen für zypriotische Flugzeuge und Schiffe zu öffnen.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Erdbeben in Italien18:45
Immer mehr OpferBereits 17 Tote gefunden. Seismologen rechnen mit langer Nachbebenserie.
