Letzter Großauftritt vor Präsidentanwahl: Putin will nicht lebtags an der Macht hängen
- Positive Bilanz: "Alle gesetzten Ziele wurden erreicht."
- Kampf gegen Inflation eine der wichtigsten Aufgaben

·NEWS: Zarenkult um Noch-Präsident Putin
Demokratie auf Russisch:
Machtwechsel in Moskau
Russlands Präsident Wladimir Putin hat angekündigt, er wolle nicht sein Leben lang an der Macht festhalten. Er halte eine solche Einstellung für inakzeptabel, sagte Putin bei seiner vorerst letzten Jahrespressekonferenz als Staatschef.
Putin scheidet im Mai aus dem Amt aus und hat seinen Wunschkandidaten Dmitri Medwedew als Favoriten für die Präsidentenwahl am 2. März positioniert. Offen ist, wie er sich seine eigene politische Zukunft vorstellt. Laut Verfassung darf er nicht direkt ein drittes Mal für das höchste Staatsamt kandidieren.
Im Dezember hatte der 55-Jährige erklärt, er könne sich unter Medwedew die Rolle des Ministerpräsidenten vorstellen. Dies hatte Spekulationen ausgelöst, er wolle sich mit Medwedew als Präsident abwechseln und damit seinen Einfluss auf Jahrzehnte hinaus sichern.
Widerstand gegen US-Raketenabwehrpläne bekräftigt
Putin bekräftigte außerdem seine Kritik an den US-Raketenabwehrplänen für Mitteleuropa. Wenn die USA ihre Militäranlagen in Polen und Tschechien aufbauten, sehe sich Russland gezwungen, einen Teil seiner Raketen auf die neuen Ziele auszurichten. Zugleich machte Putin deutlich, dass Russland an einer Konfrontation in den Beziehungen zum Westen nicht interessiert sei. "Wir wollen diese Entwicklung nicht", betonte Putin vor mehr als 1.300 russischen und ausländischen Journalisten.
In seinen letzten Monaten als Staatschef zog Putin eine positive Bilanz seiner acht Amtsjahre im Kreml. "Alle gesetzten Ziele sind erreicht worden", sagte er. Zugleich betonte Putin, dass die Erfolge bei der Armutsbekämpfung besser hätten ausfallen können. Es war einer der letzten öffentlichen Großauftritte Putins vor der Präsidentenwahl am 2. März, zu der er gemäß Verfassung nicht wieder antreten darf. Putins Amtszeit endet am 7. Mai.
Kampf gegen Inflation
Den Kampf gegen die starke Inflation bezeichnete Putin als eine der wichtigsten Aufgaben für 2008 und die kommenden Jahre. Seine Regierung habe die Teuerung nicht ausreichend begrenzt, räumte er ein. "Die Inflation hätte geringer ausfallen können, wenn wir uns geschickter verhalten hätten." Die Rate hat zuletzt knapp zwölf Prozent erreicht.
Zugleich versprach er Millionen Rentnern einen finanziellen Ausgleich für die starke Teuerung. "Wir werden die Inflation aufmerksam beobachten und die Renten entsprechend dieses makroökonomischen Indikators anpassen", sagte er.
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