Donnerstag, 14. Februar 2008

Iran führte weitere "heiße Tests" durch: Neue Zentrifugen mit Atommaterial erprobt

  • Zur Herstellung von Brennstoff für ein Atomkraftwerk
  • Der Westen misstraut friedlichen Absichten Teherans

Der Iran hat trotz drohender neuer UNO-Sanktionen weitere technische Fortschritte in seinem Atomprogramm erzielt. Ein neuer, effizienterer Typ von Zentrifugen zur Urananreicherung wurde einem "heißen Test" unterzogen. Dabei wurde eine kleine Anzahl von Zentrifugen mit Uran-Gas befüllt und angereichertes Uran hergestellt, war aus Diplomatenkreisen zu erfahren.

"Sie zeigen der Welt wieder einmal die lange Nase. Sie meinen es ernst mit der Entwicklung der neuen Zentrifugen", bewertet ein westlicher Diplomat die iranischen Fortschritte. Mit seinen Gaszentrifugen will der Iran laut eigenen Angaben Brennstoff für ein Atomkraftwerk herstellen. Westliche Länder misstrauen den friedlichen Absichten Teherans und weisen darauf hin, dass mit den gleichen Anlagen auch Material für Atomwaffen gewonnen werden kann.

Die neuen Zentrifugen sind rund 2,5 mal leistungsfähiger als das Vorgängermodell, von dem der Iran bereits 3.000 Stück in seiner Atomanalage in Natanz installiert hat. Mit dieser Anzahl könnte der Iran in einem Jahr genügend hoch angereichertes Uran für eine Atomwaffe herstellen. Nur ungefähr 1.200 der jetzt getesteten neuen Zentrifugen sind notwendig, um das gleiche Ergebnis zu erzielen, hat das Institute for Science and International Security (ISIS) in Washington berechnet. "Wenn der Iran mit den neuen Zentrifugen Uran anreichert, ist das sicherlich ein technischer Durchbruch", sagt David Albright, Direktor von ISIS.

US-Geheimdienste haben im vergangenen November ihre Einschätzung veröffentlicht, dass der Iran ein Atomwaffenprogramm 2003 gestoppt habe. Allerdings halte sich das Land weiterhin eine Option zur Entwicklung solcher Waffen offen, lautet die US-amerikanische Analyse. (apa/red)

14.2.2008 08:21