Georgische Opposition verliert Oligarchen: Patarkazischwili verstarb an Herzversagen
- Erfolgloser Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen
- Anhänger Patarkazischwilis bestürzt und verwundert

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Der georgische Oligarch und Oppositionspolitiker Badri Patarkazischwili ist in London offenbar an Herzversagen gestorben. Mit seinem in den postsowjetischen Wirren erworbenen Reichtum finanzierte er oppositionelle Kräfte in Georgien. Er selbst kanditierte im Jänner bei den Präsidentschaftswahlen. Die Staatsanwaltschgaft ermittelte gegen ihn wegen Umsturzversuchs. Seine Anhänger sind bestürzt und verwundert.
Der georgische Oligarch und Regierungskritiker Badri Patarkazischwili ist in London gestorben. Der Gegenspieler des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili starb völlig überraschend an Herzversagen, wie die russische Agentur Interfax unter Berufung auf Mitarbeiter Patarkazischwilis meldete. Der Unternehmer war in seiner Heimat zuletzt von der Justiz beschuldigt worden, ein Attentat auf einen Politiker geplant und einen Staatsstreich vorbereitet zu haben.
Der 52-jährige Medienunternehmer, der bei der Präsidentenwahl im Jänner gegen Amtsinhaber Michail Saakaschwili angetreten war, sei in London den Folgen eines Herzinfarkts erlegen, sagte sein Sprecher Guga Kwitaischwili in Tiflis. Auch sein früherer Geschäftspartner Boris Beresowski bestätigte die Angaben. Patarkazischwili sei gestorben, sagte der russische Oligarch und Kreml-Kritiker Beresowski der Nachrichtenagentur AFP in einem Telefonat.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
Patarkazischwili war Präsidentschaftskandidat. Ihm wurde von der georgischen Staatsanwaltschaft vorgeworfen, treibende Kraft hinter den November-Unruhen gewesen zu sein, die Saakaschwili dazu veranlassten, die vorgezogene Präsidentenwahl vom 5. Jänner auszurufen. Das georgische Bankkonto des Milliardärs wurde per Gerichtsbeschluss eingefroren.
Gegen Patarkazischwili wurde wegen Verdachts auf Planung eines Umsturzes ermittelt. Er wies die Vorwürfe zurück, räumte aber ein, der Polizei hohe Summen geboten zu haben, um sie auf die Seite der Demonstranten zu ziehen. Bei der Präsidentenwahl in Georgien Anfang Jänner hatte Patarkazischwili knapp sieben Prozent der Stimmen erhalten und war damit Amtsinhaber Saakaschwili klar unterlegen.
Financier der Opposition
Der im postsowjetischen Russland zu Reichtum gekommene Patarkazischwili galt als reichster georgischer Unternehmer. Außerdem finanzierte er die Opposition und betrieb einen regierungskritischen Fernsehsender Imedi TV. Er war nach Massenprotesten gegen Präsident Saakaschwili im November außer Landes gegangen und lebte in Israel und Großbritannien.
Anhänger der georgischen Opposition zeigten sich bestürzt über die Nachricht seines Todes. Von gesundheitlichen Problemen Patarkazischwilis sei nie etwas bekanntgewesen, sagte die frühere Schachweltmeisterin Nona Gaprindaschwili nach Angaben georgischer Medien. Beresowski teilte in London mit, die britische Polizei habe Ermittlungen eingeleitet.
(apa/red)
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