Wienerin & Kind in Florenz tot aufgefunden:
Kohlenmonoxidvergiftung im Reisemobil
- Unfallursache: Heizofen im alten VW-Bus defekt
- Verstorbenes Mädchen war erst 18 Monate alt
Eine Wiener Touristin und ein 18 Monate altes Mädchen sind in einem Reisemobil bei Florenz an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Das berichtete die Polizei in Florenz. Ein Heizofen im Reisemobil dürfte defekt gewesen sein. Die 50 Jahre alte Architektin, ihr drei Jahre alter Sohn, eine 26-jährige Freundin und deren 18 Monate alte Tochter hatten in San Donato in Poggio bei Florenz übernachtet.
Die Überlebenden konnten sich retten, weil sie in der Nähe eines Fensters des Reisemobils geschlafen und dadurch ein wenig frische Luft bekommen hatten. Die 26-Jährige war aufgewacht und hatte die Leiche der Freundin entdeckt. Vergebens versuchte sie auch, ihre Tochter zu retten. Daraufhin setzte sie das Reisemobil in Bewegung und suchte nach Hilfe.
Kohlenmonoxidvergiftung
Der Sohn der Verstorbenen und die zweite Überlebende wurden sofort ins Spital in Florenz gebracht. In ihrem Blut wurde Kohlenmonoxid festgestellt. Sie mussten intensivmedizinisch behandelt werden. Die Ärzte der Poliklinik der toskanischen Hauptstadt, in der sich die beiden befinden, sind jedoch optimistisch. "Man muss aber weiterhin die Auswirkungen der Kohlenmonoxidvergiftung auf das Kind überprüfen", berichteten die Ärzte in einem veröffentlichten Bulletin. Die Staatsanwaltschaft von Florenz hat eine Untersuchung in die Wege geleitet und die Obduktion der Leichen angeordnet.
Unterwegs im VW-Bus
Die zwei Wienerinnen waren ohne ihre Lebensgefährten mit den beiden Kindern in einem alten VW-Bus unterwegs gewesen, der in ein Wohnmobil umgebaut worden war. Sie hatten die Hügel der Chianti-Gegend besichtigt und beschlossen, auf dem offenen Land unweit der Ortschaft San Donato in Poggio in der Provinz Florenz zu übernachten. Die beiden Wienerinnen hatten kurz zuvor im Reisemobil gekocht und aus noch ungeklärten Gründen den Ofen über Nacht nicht ausgeschaltet.
Die 26-Jährige war um 5.00 Uhr aufgestanden und hatte den Ofen ins Freie gebracht, was sehr wahrscheinlich dem Buben das Leben gerettet hat. Danach hatte sie weitergeschlafen. Erst drei Stunden später hatte sie festgestellt, dass die Freundin und das Mädchen nicht mehr am Leben waren.
Trotz der Auswirkungen des Kohlenmonoxid auf sie selbst konnte die Frau mit dem Reisemobil einige Kilometer fahren, um in San Donato in Poggio Hilfe zu suchen. Erschöpft bat sie dort eine Autofahrerin um Hilfe. Diese versuchte, das Mädchen zu retten, es war jedoch schon tot. "Ich habe versucht, mit Mund-zu-Mund-Beatmung das Kind zu retten, doch es war zu spät", berichtete die geschockte Italienerin.
(apa/red)
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