Erste Hinweise auf möglichen Gift-Täter: Bringt DNA-Spur Lösung im Fall Hirtzberger?
- Könnten Täter in Sachen Gift-Praline gehören

·Polizei: "Ermitteln
in alle Richtungen"
Gift-Anschlag: Spitzer Bürgermeister im Koma
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auf Intensivstation
NÖ: Motiv zu Anschlag
auf Bürgermeister unklar
Im Fall des durch Strychnin vergifteten Wachauer Bürgermeisters Hannes Hirtzberger sind nun DNA- Spuren ausgewertet worden, die auf dem Billett der Praline gesichert wurden. Laut NÖ Sicherheitsdirektion fand sich ein DNA-Muster eines Mannes. Ein Abgleich in der vorhandenen Datenbank verlief negativ. Auf dem Verpackungsmaterial der Praline wurden Reste von Strychnin nachgewiesen.
Im Zusammenhang mit dem Kremser Stadtpolitiker, der im Postfach eine Pralinenschachtel vorgefunden hatte und in Reaktion auf das Geschehen die Polizei verständigte, wurde eine Frau ausgeforscht. Sie hatte ihm das - absolut unbedenkliche - Präsent als Aufmerksamkeit nach einer Hilfeleistung bei einer Autopanne zukommen lassen.
Nun werden DNA-Massentests nicht ausgeschlossen. Jedoch als "eine der letzten Möglichkeiten", wie Wendler betonte.
Denn Voraussetzung für dieses Vorhaben wäre zunächst einmal, dass überhaupt Spuren eines möglichen Täters da sind, erläuterte Wendler. Dies stand vorerst noch nicht fest. Sämtliche Materialen, wie die an Hirtzberger gerichtete Grußkarte, wurden auf Spuren untersucht. Sollte sich eine verwertbare DNA finden, werde ein Abgleich mit bereits vorhandener DNA von Personen vorgenommen. Verlaufe dieser negativ, bestehe zumindest die Möglichkeit eines DNA-Massentests.
Aufgrund der neuen Strafprozessordnung wären solche DNA-Massentests seit Anfang 2008 möglich. In Österreich gab es bis dato noch keinen Fall, so Wendler.
Eine der letzten Möglichkeiten
Von der Exekutive wurde jedoch darauf verwiesen, dass so ein möglicher Massentest in einem bestimmten Verhältnis ablaufen müsste, der Personenkreis müsste entsprechend eingeengt sein. So ein Vorhaben wäre "eine der letzten Möglichkeiten", sollten die "konventionellen" Ermittlungen nicht entsprechend verlaufen, betonte Wendler. Die "gängigen" Erhebungen in dem Fall wurden fortgesetzt. Abseits eines möglichen DNA-Massentest wurde betont, dass alles getan werde, um einen Täter zu finden.
Hirtzberger hatte von einer Praline gegessen, der offenbar Strychnin beigefügt war. Der Bürgermeister von Spitz an der Donau und Rechtsanwalt in Krems hatte diese zusammen mit einer vorgedruckten Grußkarte an der Windschutzscheibe seines Autos gefunden. Der 55-Jährige, auch Vorsitzender des "Arbeitskreises Wachau", dürfte die Praline kurz vor einer Fahrt nach Krems gegessen haben. Wenig später sei ihm im Auto übel geworden, weshalb er im Ortszentrum von Unterloiben vor dem Haus eines Freundes anhielt. Dort fiel er aus seinem Pkw und brach mit Krämpfen vor Passanten zusammen. (apa/red)
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