Donnerstag, 14. Februar 2008

Trauriger Valentinstag für Polit-Ehe: Ende der Großen Koalition für Österreicher schon fix!

  • 56% der Österreicher laut Umfrage für "Scheidung"
  • Steigende Politikverdrossenheit, fehlendes Vertrauen

Die Mehrheit der Österreicher gibt der SPÖ-ÖVP-Bundesregierung offenbar keine allzu große Überlebenschancen mehr. 56 Prozent beantworteten die Frage des Klagenfurter Humaninstituts, ob ihrer Meinung nach "die Große Koalition am Ende" sei, mit Ja. 33 Prozent waren gegenteiliger Ansicht, elf Prozent wollten sich nicht festlegen.

Gefragt wurde auch nach den Ursachen für das drohende Scheitern des Koalitionsehe. Demnach glauben - die Möglichkeit von Mehrfachnennungen war gegeben - 81 Prozent, dass das "Wahlergebnis nicht verarbeitet" wurde, 77 Prozent sind der Meinung, dass "die Chemie zwischen den Personen stimmt nicht". Weitere 72 Prozent orten einen "permanenten Profilierungszwang", 72 Prozent sind der Meinung, dass "die ausgleichende Wirkung der Sozialpartnerschaft" fehle.

"Aktueller Konflikt nur die Spitze eines Eisbergs"
Auf die Frage, ob "die aktuellen Konflikte zwischen den Koalitionspartnern nur die Spitze des Eisbergs eines fehlenden Urvertrauens" sein könnten, antworteten 55 Prozent mit Ja, 26 Prozent mit Nein, 14 Prozent gaben keine Antwort. Weitere 57 Prozent vermuten, dass Neuwahlen "das strategische Ziel des Koalitionskonflikts" sein könnten. 29 Prozent sehen das nicht so, 14 Prozent wollten sich nicht festlegen.

Das Humaninstitut befragte zwischen dem 9. und dem 13. Februar österreichweit 850 Personen. Institutschef Franz Witzeling kommt zu dem Schluss, dass sich "die Menschen in diesem Lande, denen in Interviews von Kanzler und Vizekanzler unterstellt wurde, für diese 'stabile Regierung' votiert zu haben, in zunehmender Politikerverdrossenheit schon lange vom makaberen Politspektakel abgewandt haben". (apa/red)

14.2.2008 10:31