Ermittlungen über Brand in Egg am Laufen: Noch keine konkreten Verdächtigen im Visier
- Zigarettenstummel möglicherweise Brandursache
- Tausende gaben Brandtoten von Egg die letzte Ehre
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Bestehendes Vinzenzheim soll abgerissen werden
·Brandunglück in Egg durch heiße Asche?
Annahme nach Abschluss der Ermittlungen erhärtet
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Große Betroffenheit bei Trauerfeier für die Opfer
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Brandkatastrophe in kleiner Gemeinde
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Kohlenmonoxid im Rauch
führt zum Erstickungstod
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Feuertod: Experte rät zu Konfrontation mit Leiche

Nach der Feuerkatastrophe im Vinzenzheim in Egg (Bregenzerwald), bei der elf Personen ums Leben kamen, ermittelt die Staatsanwaltschaft Feldkirch nun wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst mit Todesfolge. Staatsanwaltschafts-Sprecher Heinz Rusch betonte gegenüber der APA, dass zum jetzigen Zeitpunkt aber keine Ermittlungen gegen konkrete Personen geführt würden.
Zunächst gelte es, die Ergebnisse der Brandermittlung abzuwarten, bevor über die weitere Vorgangsweise entschieden wird, so Staatsanwaltschafts-Sprecher Heinz Rusch. Ein beeideter Sachverständiger der Staatsanwaltschaft sei in die Ermittlungen miteinbezogen. Nach Angaben von Rusch beläuft sich das Strafmaß für eine fahrlässige Herbeiführung einer Feuersbrunst, bei der eine größere Zahl von Menschen den Tod finden, auf sechs Monate bis fünf Jahre.
Derzeit werden in Wien die bei den Branderhebungen gesicherten Spuren ausgewertet. Ein Ergebnis könnte in rund zwei Wochen vorliegen. Das Feuer im Vinzenzheim ist möglicherweise durch in einen Mistkübel weggeworfene Zigarettenstummel ausgelöst worden.
Trauerfeier in Egg
Rund 1.000 Trauernde nahmen in der Pfarrkirche Egg von den elf Todesopfern der Brandkatastrophe im Vinzenzheim Abschied. "Die Menschen im ganzen Land und darüber hinaus nehmen am Schmerz Anteil", erklärte Landeshauptmann Herbert Sausgruber in seiner Ansprache an die Trauergemeinde. Pfarrer Ronald Waibel betonte die Solidarität im Ort, die in den vergangenen Tagen besonders spürbar geworden sei.
Bereits eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes strömte die Egger Bevölkerung in die Kirche, die mit ihren etwa 700 Plätzen für den großen Andrang zu klein war. Unter den Trauergästen befanden sich auch viele Mitglieder der Feuerwehr, des Roten Kreuzes, der Polizei und des Kriseninterventionsteams, die in den vergangenen Tagen im Einsatz waren. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hatte den Opfern bei der Totenwache seine Referenz erwiesen.
Pfarrer stolz auf Zusammenhalt
Pfarrer Waibel unterstrich den Stolz, den er neben der Trauer in sich trage: Er sei stolz auf das, was die Einsatzkräfte geleistet haben und besonders auf die Egger Gemeinschaft. "Wir durften erfahren, wie wichtig es ist, dass man zusammensteht. Viel Heilung ist davon ausgegangen", sagte Waibel.
Sausgruber erklärte, dass das Vinzenzheim ein Stück dörfliches Leben dargestellt habe. "Es sollte unser Ziel sein, gemeinsam eine Einrichtung wiederentstehen zu lassen, in der die Atmosphäre dem Vinzenzheim vergleichbar ist", sagte der Landeshauptmann. Heute stehe aber die Trauer im Vordergrund. Bürgermeister Norbert Fink betonte, dass die Opfer der Brandkatastrophe nicht nur bei den Angehörigen, sondern auch bei den Egger Bürgern "schmerzliche Lücken" hinterlassen. Den Tränen nahe erzählte Fink, wie ihm das Erlebnis der Weihnachtsfeier des Vinzenzheims, an der er jedes Jahr teilgenommen habe, fehlen werde. "Die Menschen waren, wie sie waren, und sie konnten auch so sein", sagte Fink.
Der Generalvikar der Diözese Feldkirch, Benno Elbs, berichtete ebenfalls von gemeinsamen Erlebnissen mit den Heimbewohnern und stellte sich die Frage, "welche Gedanken uns die Todesopfer heute mitgeben würden". Neben einem "Vergelt's Gott!" würden sie auch nachdenklich schmunzeln, zeigte sich Elbs überzeugt. "Schmunzeln darüber, dass für die Bewohner des Vinzenzheims ein so großes Begräbnis gefeiert wird. Und sie würden sagen: 'Bewahrt die Aufmerksamkeit für die Menschen, für Alte, Kranke, Behinderte, weil wir alle wertvolle Perlen sind'", so Elbs. (apa/red)
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