Mittwoch, 13. Februar 2008

Einbürgerungen um 50% zurückgegangen:
14.000 Menschen erhielten '07 Austro-Pass

  • Serben traditionell am häufigsten eingebürgert

Die Zahl der Einbürgerungen hat sich im Vorjahr beinahe halbiert. Das geht aus Daten der Statistik Austria hervor. Hatten 2006 noch 26.259 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen bekommen, waren es 2007 nur noch 14.041, was einem Rückgang von 46,5 Prozent entspricht. 2003 waren noch mehr als 45.000 Einbürgerungen vorgenommen worden.

Grund für die Entwicklung ist das noch unter der VP-geführten Regierung eingeführte restriktivere Staatsbürgerschaftsrecht, das seit März 2006 die Wartefrist vor allem bei "privilegierten" Gruppen verlängert hat. Zusätzlich gibt es schriftliche und mündliche Wissens - bzw. Sprachtests und es muss ein gesicherter Lebensunterhalt während der Jahre vor dem Antrag auf die Staatsbürgerschaft nachgewiesen werden.

Auffällig an der Statistik ist, dass 5.001 Personen oder 35,6 Prozent der Eingebürgerten schon in Österreich geboren ist. Fast 60 Prozent der Eingebürgerten sind unter 30 Jahre, mehr als die Hälfte davon jünger als 15. Lediglich 2,1 Prozent der Eingebürgerten hatten bei der Verleihung der Staatsbürgerschaft schon das 60. Lebensjahr überschritten.

Serben am häufigsten eingebürgert
Traditionell an der Spitze der (insgesamt 120) Herkunftsländer steht Serbien mit 4.216 Eingebürgerte. Rang zwei nehmen aus Bosnien stammende Neo-Österreicher ein, erst auf Rang drei folgt die Türkei, unmittelbar vor Kroatien und Rumänien.

Die meisten Einbürgerungen betrafen Fälle, wo Ehepartner oder Kinder von Österreichern die Staatsbürgerschaft bekamen (5.229). Einbürgerungen nach zehn Jahren Aufenthalt wurden bei 3.844 Personen ermöglicht.

Der Trend, dass weniger Einbürgerungen vorgenommen werden, zieht sich durch alle Bundesländer. Den mit Abstand höchsten Rückgang weist Niederösterreich (-56,6 Prozent) auf.
(APA/red)

13.2.2008 11:01