"Wir ermitteln in alle Richtungen": Spitzer Stadtchef nach Gift-Anschlag weiter im Koma
- Zustand von Hannes Hirtzberger bleibt unverändert
- Polizei geht nicht von Frau als möglichem Täter aus

·Gift-Praline: Politiker
auf Intensivstation
NÖ: Motiv zu Anschlag
auf Bürgermeister unklar
Der Zustand des vergifteten Spitzer Bürgermeisters Hannes Hirtzberger ist unverändert. Das Opfer befinde sich weiter im künstlichen Tiefschlaf, hieß es aus dem Krankenhaus Krems, wo der Lokalpolitiker und Rechtsanwalt intensiv-medizinisch betreut wird. Die Ermittlungen der Polizei liefen unterdessen weiter, die Befragungen wurden fortgesetzt, sagte Oberst Ernst Schuch vom Landeskriminalamt Niederösterreich (LK NÖ) der APA.
Ein Zeitfenster für eine Aufweckphase des Opfers aus dem künstlichen Tiefschlaf gab es vorerst noch nicht. Der 55-Jährige befand sich weiter auf der Intensivstation des Krankenhauses. Eine Befragung des Bürgermeisters von Spitz an der Donau wurde von der Polizei als "wichtig" erachtet. Womöglich könne Hirtzberger, wenn es sein gesundheitlicher Zustand zulasse, "einen Hinweis" geben, meinte Schuch.
Der Kriminalist erläuterte im APA-Gespräch, dass ein vorerst noch unbekannter Täter der vorgedruckten Grußkarte nur zwei Herzchen mit jeweils einem Pfeil selbst hinzugefügt habe. Diese seien vermutlich mit Lippenstift oder Fettkreide aufgemalt worden. Die Analyse hinsichtlich Spuren war weiter im Gange.
Nicht unbedingt Frauenhandschrift
Aufgekommenen Spekulationen, wonach die Tat eher Frauenhandschrift trage, erteilte Schuch keine Zustimmung. Es seien bereits zu Zeiten der Römer Personen vergiftet worden, dafür zeichneten aber Männer verantwortlich. Möglich sei außerdem, dass ein Täter bewusst den Eindruck erwecken habe wollen, Hirtzberger sei von einer Frau vergiftet worden. "Wir ermitteln in alle Richtungen", so Schuch.
Hirtzberger hatte von einer Praline gegessen, der offenbar Strychnin beigefügt war. Der Bürgermeister von Spitz an der Donau und Rechtsanwalt in Krems hatte diese zusammen mit einer vorgedruckten Grußkarte an der Windschutzscheibe seines Autos gefunden. Der 55-Jährige, auch Vorsitzender des "Arbeitskreises Wachau", dürfte die Praline im Wagen auf der Fahrt nach Krems gegessen haben. Wenig später sei im übel geworden, weshalb er im Ortszentrum von Unterloiben vor dem Haus eines Freundes anhielt. Dort fiel er aus seinem Pkw und brach mit Krämpfen vor Passanten zusammen.
(APA/red)
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