Montag, 5. Mai 2008

Premiere-Verschlüsselung wurde geknackt:
TV-Sender sagt Schwarzsehern Kampf an

  • Im zweiten Quartal wird neue Technik eingeführt
  • Münchner Unternehmen 2007 mit weniger Umsatz

Der deutsche Bezahlfernsehsender Premiere hat Probleme mit der Verschlüsselung seines Programms. Die von der schweizerischen Kudelski hergestellte Verschlüsselungstechnik sei von Hackern geknackt worden, räumte Premiere ein.

Im Ausland hergestellte illegale Receiver, die den Empfang des Programms ohne Abonnement erlaubten, seien in Deutschland in größerem Umfang verkauft worden. Das habe sich seit dem Weihnachtsgeschäft auch auf das Geschäft von Premiere ausgewirkt. Deshalb werde im zweiten Quartal eine neue Verschlüsselungstechnik eingeführt.

Im abgelaufenen Jahr habe Premiere das operative Ergebnis dennoch deutlich verbessert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei bei 83,4 Mio. Euro gelegen. Für 2006 hatte Premiere einen Ebitda-Einbruch auf 48 Mio. Euro gemeldet. Der Umsatz ging auf 984,5 Mio. von 1,055 Mrd. Euro zurück. Die Kundenzahl lag einschließlich Arena Ende Dezember bei 4,279 Mio., davon waren 3,651 (Ende 2006: 3,41) Mio. direkte Premiere-Abonnenten.

Diese wird weiter vom Schweizer TV-Verschlüssungsspezialist Kudelski kommen. "Wir tauschen ab dem zweiten Quartal die Karten aus, die kommen aber weiter von Kudelski", sagte ein Premiere-Sprecher. Der Sender hatte Probleme mit der Verschlüsselung seines Programms eingeräumt. Die Auswirkungen durch die Piraterie im Weihnachtsgeschäft seien aber "nicht verheerend" gewesen. (apa/red)

5.5.2008 13:34