Dienstag, 5. Februar 2008

Spitzensport am Ende der Fahnenstange: Nach 2027 kaum noch neue Rekorde möglich

  • Athleten schon bei 99% der körperlichen Grenzen!
  • Bahnbrechende Rekorde haben bereits abgenommen

Spitzensportler sind nach Einschätzung von Wissenschaftlern schon so nah an die Grenzen des menschlichen Körpers gerückt, dass in 20 Jahren bei den meisten klassischen Disziplinen keine bahnbrechenden Rekorde mehr möglich sind. Schon im vergangenen Jahr hätten die Sportler bei ihren Rekorden 99 Prozent der körperlichen Leistungsfähigkeit ausgeschöpft, erklärten französische Forscher in der Wissenschaftszeitschrift "PloS One".

Mit Hilfe eines statistischen Modells errechneten die Forscher des biomedizinischen Instituts IRMES, dass die Athleten bis 2027 ihre körperlichen Grenzen zu 99,95 Prozent erreichen. Der Weltrekord von 9,67 Sekunden beim 100-m-Lauf der Männer zum Beispiel ließe sich dann höchstens noch um ein paar Tausendstel Sekunden steigern.

Genauso werde es in der Hälfte aller olympischen Disziplinen sein, berechneten die Wissenschaftler - ob Leichtathletik, Schwimmen, Gewichtheben oder Radrennen. Bis 2060 könnten Sportler sämtlicher Disziplinen höchstens noch Verbesserungen von ein paar Tausendstel Sekunden erreichen. Schon in den vergangenen vier Jahrzehnten habe es immer weniger bahnbrechende Rekorde gegeben, hieß es in dem Bericht.

Der Weltrekord der US-Läuferin Florence Griffith-Jones über 100 Meter von 1988 etwa sei bis heute ungebrochen. Dagegen hätten die Teilnehmer der Olympischen Spiele von 1896 bis 1960 noch deutlichere Rekorde erreicht. Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie 3263 Weltrekorde in verschiedenen klassischen Disziplinen aus.

(apa/red)

5.2.2008 22:38