Sorge vor US-Rezenssion zieht schwere
Folgen nach sich: Tokios Börse bricht ein
- Minus 4,7 & in Tokio und Minus 5,4 % in Hongkong

·Zinsschritt bremst Fall der Weltbörsen
US-Zinssenkung stützt
die internationalen Märkte
·US-Notenbank senkt Leitzinsen nochmals
Um 50 Basispunkte auf 3,00 % herabgesetzt
·Was Börsencrash für Sparer & Anleger heißt
Finanzkrise spüren auch Kleinanleger im Depot
·Die schwärzesten Börsentage seit 1987
INFOBOX: Chronologie der größten Kursverlutste
Wachsende Angst vor einer Rezession in den USA hat die asiatischen Aktienmärkte auf steile Talfahrt geschickt. In Tokio brach der Nikkei-Index nach den massiven Vortagesverlusten an der Wall Street um 4,7 Prozent ein und stand zu Handelsschluss bei 13 099,24 Punkten. Noch weiter bergab ging es in Hongkong: Der Hang-Seng-Index stürzte um 5,4 Prozent ab.
Händler verwiesen auf die sehr schwachen Vorgaben aus den USA. Dort hatten enttäuschende Konjunkturdaten am Dienstag erneut Rezessionsängste geschürt und einen Sinkflug an den US-Börsen ausgelöst. Der Dow-Jones-Index war um 2,93 Prozent gefallen.
"Die Kursbewegungen haben plastisch vor Augen geführt, dass der Markt weiterhin niedrigere Notierungen testet", sagte Hirojuki Fukunaga, Analyst bei Investrust. Finanztitel zählten zu den größten Verlieren. Falls jedoch auf kurze Sicht die Unternehmen mit starken Gewinnen den gesamten Aktienmarkt stützen sollten, dürfte der japanische Leitindex seiner Meinung nach nicht unter das Jänner-Tief von 12 573,05 Punkte fallen. Der breiter gefasste Topix rutschte um 4,2 Prozent ab.
Über 3 % Minus an australischen Börsen
Die Handelsplätze in Shanghai, Taiwan und Südkorea blieben wegen des chinesischen Neujahrsfests geschlossen. Auch in Neuseeland wurde wegen eines Feiertages nicht gehandelt. An den australischen Börsen ging es mehr als drei Prozent abwärts.
In Singapur verlor der Straits Times Index 3,5 Prozent, der indische Sensex-Index in Bombay rutschte um mehr als drei Prozent ab. Auch an den südostasiatischen Handelsplätzen gab es neue Turbulenzen. Der Jakarta Composite Index fiel um 3,5 Prozent. In Thailand, auf den Philippinen und in Kuala Lumpur ging es zwischen 1,5 und 2,2 Prozent bergab.
Am Dienstag hatten die wichtigsten Börsen in Lateinamerika Verluste verbucht. Der Merval-Index fiel in Buenos Aires um 1,43 Prozent, in Mexiko-Stadt sank der IPC-Index kräftig um 4,56 Prozent. Der größte Aktienmarkt des Subkontinents in der brasilianischen Wirtschaftsmetropole São Paulo blieb dagegen wegen des Karnevals geschlossen.
Auslöser der neuen Talfahrt an den Aktienmärkten sind überraschend schwache Konjunkturdaten in der für die USA wichtigen Dienstleistungsbranche. Laut dem Einkaufsmanager-Index des US- Dienstleistungssektors hat sich die Stimmung stark eingetrübt, die Angst vor einer Rezession erhält damit neue Nahrung. Der ISM-Index sank auf den niedrigsten Stand seit Herbst 2001 und signalisiert ein Schrumpfen der Wirtschaft.
(apa/red)

