Montag, 4. Februar 2008

'Spielberg Neu' gescheitert: Finanzkräftige Investoren ziehen sich aus Projekt zurück

  • Landeschef Voves: "Bin maßlos enttäuscht & empört"
  • Investoren weiter an einer "Art Projekt" interessiert

Das Projekt einer Prüf-, Test- und Incentivestrecke um 100 bis 150 Mio. Euro in Nachfolge des bereits teilweise abgebrochenen A1-Rings in Spielberg, das Projekt "Spielberg Neu", ist Geschichte. Die potenziellen Investoren rund um Red Bull setzten die Landesregierung in Kenntnis, dass ein Projekt auf Basis des vorliegenden Geschäftsmodells für die Investoren wirtschaftlich nicht möglich sei. "Das Projekt Spielberg ist tot", verkündete Landeshauptmann Franz Voves. Noch gibt es aber eine kleine Chance für eine weiter abgespeckte Version in Form einer "Rennstrecke mit Publikumscharakter".

Nach dem Gespräch mit KTM-Chef Stefan Pierer, Helmut Winkler von Red Bull und Karl Leiter von Magna traten nur Voves, sein Stellvertreter Hermann Schützenhöfer (V) und Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (V) mit steinernen Mienen vor die Presse. Der Landeshauptmann zeigte sich "maßlos enttäuscht und empört" und wunderte sich, dass man erst jetzt erfahren habe, dass der UVP-Bescheid für die geplante Nutzung offenbar nicht ausreiche.

Buchmann stellte klar, dass der UVP-Bescheid zwar tatsächlich u.a. weniger Veranstaltungstage beinhalte und daher nicht ganz dem Stand des 150-Mio.-Euro-Projektes entspreche, dies aber akkordiert gewesen sei: Im August 2007 sei mit Red Bull und einem Vertreter der Bürgerinitiativen vereinbart worden, dass mit 85 Veranstaltungstagen "alle Bedingungen der Investoren ausreichend erfüllt sind". Auch LHStv. Schützenhöfer gab sich "mehr als irritiert", dass der Hauptinvestor heute nichts davon wissen habe wollen, was abgesprochen gewesen sei. Auf seine Aufforderung hin, Farbe zu bekennen, hätten die Vertreter von Red Bull, Magna und KTM signalisiert, dass sie weiter eine "Art Projekt" wollten, der Ausgang aber offen sei. Voves berichtete, dass die Investoren bis Ende März bekanntgeben würden, welche Art von "Leben auf einem redimensionierten Ring in welcher Form auch immer" vorstellbar bzw. wirtschaftlich darstellbar sei.

Landesrat zuversichtlich
Wirtschaftslandesrat Buchmann zeigte sich zuversichtlich, dass eine "Rennstrecke mit Publikumscharakter auf Basis des rechtskräftigen UVP-Bescheides möglich ist." Inoffiziell war von Investorenseite zu hören, aus den Auflagen des Umweltbescheides ergäben sich "erhebliche Einschränkungen" für die Projektanten, daher komme man nicht darum herum, das Projekt um mehr als die Hälfte zu verkleinern.

Red Bull teilte in einem schriftlichen Statement mit, dass nach dem Wegfall von Audi, Magna und KTM dem Projekt die Grundlage entzogen worden sei: "Die nach Wunsch der Partner geplanten und bewilligten Renn-, Test- und Prüfstrecken sind ohne deren Beteiligung und Auslastung gegenstandslos". Sofern es das Land Steiermark wünsche, sei man bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen gerne bereit, den Ring als Rennstrecke im ursprünglichen Umfang zu betreiben und werde darüber hinaus versuchen, über Kontakte zur Fahrzeugindustrie und zu Motorsportveranstaltern eine entsprechende Auslastung des Ringes zu erreichen. Sei dies nicht der Fall, könne man den Ring auch jederzeit an das Land zurückgeben.

(apa/red)

4.2.2008 18:15