Löw: "Match ist kein absoluter Härtetest" -
DFB-Coach will guten Start ins Euro-Jahr
- Mangelnde Vorbereitung soll kein Problem darstellen
- Kapitän Michael Ballack kehrt wieder ins Team zurück

·Ballack feiert gegen Österreich Comeback
Teamchef Löw beruft zwei
Neulinge ins Team ein
·"Unterschätzt mir auch Österreich nicht"
Deutschlands "Kaiser" Franz Beckenbauer warnt
Deutschlands Fußball-Nationalteam will mit einem Sieg gegen Österreich im Wiener-Ernst-Happel-Stadion ins EURO-Jahr 2008 starten. "Mit diesem Spiel beginnt der EM-Countdown, wir wollen natürlich versuchen es zu gewinnen", betonte DFB-Teamchef Joachim Löw in Wien. Das Aufeinandertreffen mit dem direkten EURO-Gegner (16. Juni in Wien) sei aber nur ein normales Freundschaftsspiel, "kein absoluter Härtetest".
Eigentlich wollte Löw seine Mannschaft in Wien schon für die EURO einspielen, durch die verletzungsbedingten Ausfälle der zum Stamm gehörenden Torsten Frings, Christoph Metzelder, Arne Friedrich, Clemens Fritz, Marcel Janssen und auch Oliver Neuville sei dies allerdings nicht möglich. "Wir müssen jetzt etwas Anderes ausprobieren", so der Ex-Austria- und Tirol-Trainer, mit dem Nachsatz: "Die meisten Spieler haben erst einen Bundesliga-Spieltag hinter sich, es ist klar, dass sie noch Zeit brauchen werden. Wir wollen aber schauen, dass wieder eine Harmonie ins Spiel kommt."
Mangelnde Vorbereitung
Ungünstige Voraussetzungen für die DFB-Elf brachten aber nicht nur die Ausfälle, sondern auch die knappe Vorbereitungszeit auf die Partie. Das Abschlusstraining am Dienstagabend im Happel-Stadion war die erste gemeinsame Einheit des 19-Mann-Kaders, da am Montag in Frankfurt am Vormittagstraining nur zehn Akteure teilnahmen und die Mannschaft am Nachmittag für einen Werbespot vor der Kamera stand. "Das ist natürlich nicht wünschenswert für einen Trainer", wies der 48-Jährige hin. Allerdings freue er sich auch über jeden einzelnen Tag mit der Mannschaft: "Jeder Tag ist wertvoll, ich freue mich auch sehr, dass wir wieder ein Spiel haben".
Rückkehr von Kapitän Ballack
Über Gespräche, eine Mannschaftssitzung und dem Abschlusstraining wird Löw versuchen eine Mannschaft zu finden, die eine gute Form hat. Sicher ist, dass erstmals seit dem 2:1-Sieg im EM-Qualifikationsspiel in Tschechien am 24. März 2007 Michael Ballack den WM-Dritten in seinem 78 Teamspiel als Kapitän aufs Feld führt. "Ich bin froh, dass er zurückkehrt. Es ist für alle Spieler enorm wichtig, wenn er am Platz steht", sagte Löw. Der 31-jährige Chelsea-Mittelfeld-Regisseur habe Ausstrahlung und Charisma und verfüge fußballerisch über hohe Qualitäten. "Er gibt der Mannschaft Halt, auch wenn es einmal nicht so läuft", verdeutlichte Löw die Wichtigkeit seines Topspielers.
Neben dem Routinier sollen der im Sturm gesetzte Miroslav Klose und dessen Angriffspartner Mario Gomez oder Kevin Kuranyi für Tore sorgen. "Ich bin froh, dass wir im Sturm einige Möglichkeiten haben", so Löw über die Qual der Wahl. Der Stuttgarter Gomez habe sich hervorragend entwickelt, der Schalker Kuranyi gezeigt, wie wertvoll er sowohl für seinen Club als auch für die Nationalmannschaft sein kann.
Podolski wohl nur auf der Bank
Wohl nicht in der Startformation wird Bayern Münchens Lukas Podolski stehen, der zuletzt mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte. "Seine Kraft reicht noch nicht für 90 Minuten", meinte Löw, der es sich vorstellen könnte den gelernten Stürmer in Zukunft auch im linken Mittelfeld aufzustellen. "Dass ist eine Variante für die Zukunft. Er ist ein Spieler, der aus der Tiefe kommt, in den Sechzehner geht und den Abschluss sucht". Auch die beiden Schalker-Neulinge Jermaine Jones und Heiko Westermann werden wohl im 799. DFB-Länderspiel vorerst nur auf der Bank Platz nehmen. "Es ist gut eine große Auswahl zu haben, ich habe sicher mehr Möglichkeiten als noch vor der WM", sagte Löw.
Respekt vor dem Gegner
Vor Österreich haben die Deutschen durchwegs Respekt. "Man muss Österreich absolut ernst nehmen", erklärte Löw, der auch die Wichtigkeit des Spiels für den Gastgeber hervorhob. "Die Österreicher brauchen jetzt auch ein gutes Resultat, sie wurden zuletzt kritisch beäugt. Jeder Sieg ist wichtig, ich glaube auch, dass Österreich versuchen wird das Spiel zu gewinnen".
Die Statistik spricht jedenfalls klar für die Deutschen, die seit dem 1:4 in Italien am 1. März 2006 keine Auswärts-Niederlage mehr hinnehmen musste. Unter Löw haben die Deutschen in 18 Partien nur zweimal verloren (13 Siege, 3 Remis). Gegen Österreich hat die DFB-Elf bei 19 Siegen und 6 Remis erst achtmal verloren.
Löw lobt Ivanschitz
Die beiden Kapitäne Ballack und Andreas Ivanschitz wollte und konnte Löw nicht wirklich vergleichen. Trotzdem streute er dem Panathinaikos-Legionär Rosen. "Er ist ein hervorragender Fußballer mit einer guten Technik und einem präzisen Schuss. Er ist außerhalb ein Führungsspieler und auch in der Lage, die Mannschaft fußballerisch zu führen".
(apa/red)










