Der ÖFB-Rebell ist wieder zurückgekehrt:
"Bin mit großer Vorfreude hergekommen"
- Middlesbrough-Legionär will mit Ivanschitz sprechen
- Einsatz gegen Deutschland wohl links in Viererkette
·Immer wieder gegen Deutschland spielen
Österreich-Deutschland erlebt seine 34. Auflage
·GRAFIK: Bilanz gegen
Deutschlands Team
8 Siege, 19 Niederlagen und 6 Remis in 33 Spielen
·Hickersberger steht vor 50. Länderspiel
Damit alleiniger Dritter in der Teamchef-Rangliste
·Der Teamkader für das Deutschland-Spiel
BILDER: Pogatetz, Linz und Prager wieder dabei
·GRAFIK: Der ÖFB-
Fahrplan zur EURO
Die Termine bis zum Auftakt gegen Kroatien
Nach fast eineinhalb Jahren ist Emanuel Pogatetz wieder in den Kreis der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft zurückgekehrt. Der Middlesbrough-Legionär traf zwar ohne sein Gepäck ein, das irgendwo auf der Reise von England nach Österreich verloren ging, der Zufriedenheit über sein ÖFB-Comeback tat dies aber keinen Abbruch.
"Ich bin mit großer Vorfreude hergekommen, schon vor zwei Wochen hat bei mir wegen des Deutschland-Länderspiels eine positive Nervosität eingesetzt. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie es sein wird, wenn ich zurückkomme", erzählte der Verteidiger, für den es deswegen nach eigenen Angaben schwierig war, sich beim 1:1 seines Clubs in Newcastle zu konzentrieren.
Der Steirer war aufgrund seiner heftigen Kritik im September 2006 an Teamchef Josef Hickersberger, dem ÖFB und auch einigen Mitspielern aus dem Kader geflogen. Mittlerweile ist die Sache laut Pogatetz aber ausgeräumt, deswegen werde es auch keine Aussprache mit der gesamten Mannschaft geben. Das Treffen mit einigen ÖFB-Kollegen seit seiner Ankunft beschrieb er folgendermaßen: "Es war ganz normal: Ich habe 'Hallo' gesagt und sie haben 'Hallo' gesagt."
Wird mit Ivanschitz reden
Eine Zusammenkunft mit Andreas Ivanschitz, dem von Pogatetz einst die Kapitäns-Reife abgesprochen worden war, stand zunächst jedoch aus, weil der Panathinaikos-Legionär erst später im Teamhotel eintraf. "Ich werde mit ihm sicher reden, und dann wird die Sache erledigt sein", versprach der England-Legionär und betonte, die Differenzen mit einigen ÖFB-Kickern seien ohnehin nicht so groß, wie in der Öffentlichkeit gemutmaßt werde.
Die Stimmung innerhalb der ÖFB-Auswahl ist laut Pogatetz sogar weit besser als noch bei seiner bisher letzten Team-Nominierung. "Das Selbstvertrauen ist größer, das habe ich gemerkt. Jetzt hoffe ich, dass sich das auch in den Ergebnissen widerspiegelt."
"So schnell wie möglich integrieren"
Der 25-Jährige will sich nun voll auf das Duell mit Deutschland im Wiener Happel-Stadion konzentrieren. "Für mich ist es wichtig, mich so schnell wie möglich in die Mannschaft zu integrieren." Der 23-fache Teamspieler (1 Tor) möchte seinen Kollegen etwas von jener Mentalität einimpfen, die er in der englischen Premier League verinnerlicht hat. "Ich will ihnen bewusst machen, dass sie vor großen Namen nicht zurückschrecken sollen, ich will ihnen vermitteln, dass sie sich gegen die Deutschen nicht verstecken sollen, nur weil die große Namen haben und bei großen Clubs spielen."
Auf Bitte von Pogatetz wird in der ÖFB-Stadionkabine ein Ergometer aufgestellt, auf dem der Verteidiger zusätzlich zum Aufwärmen unmittelbar vor dem Spiel auch eine knapp 20-minütige Einheit absolviert. "Das ist keine große Sache, in England macht das jeder vor einem Match", betonte der frühere Meisterkicker beim GAK.
Auf ungeliebter Außenposition
Bei Middlesbrough kam Pogatetz aufgrund der Verletzung des etatmäßigen Außenverteidigers Andrew Taylor zuletzt regelmäßig links in der Abwehr zum Einsatz. Für ihn sei es zwar das Wichtigste, regelmäßig auf dem Platz zu stehen, "aber wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich lieber in der Innenverteidigung spielen".
Dieser Wunsch dürfte allerdings nicht einmal im ÖFB-Team in Erfüllung gehen, denn Teamchef Hickersberger deutete an, Pogatetz gegen die Deutschen ebenfalls links in der Viererkette aufzustellen. "Er hat Spielpraxis auf der Position des linken Außenverteidigers, deswegen kann er dort auch spielen."
"Causa Pogatetz" erledigt
Hickersberger betonte einmal mehr, dass die "Causa Pogatetz" für ihn endgültig erledigt sei. "Es ist ganz gut, wenn es Konflikte gibt, die dann ausgeräumt werden. Jetzt geht es ganz normal weiter." Der 59-Jährige beschwor auf der Pressekonferenz, die er gemeinsam mit den Rückkehrern Pogatetz und Roland Linz absolvierte, das Zusammengehörigkeitsgefühl. "Nur mit einer funktionierenden Mannschaft hat man die Chance auf einen Erfolg."
Er selbst habe schon lange kein Problem mehr mit Pogatetz. "Wenn der Eindruck entsteht, ich kann mit dem einen oder anderen nicht, dann muss ich dem entschieden widersprechen. Ich kann an und für sich mit jedem gut, egal was vorher passiert ist." (apa/red)
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