Fischbacher und Suter gewinnen Damen-
Super-G: Sensationssiegerinnen in Sestriere
- Erster Weltcupsieg für Salzburgerin Fischbacher
- Schwerer Sturz von Holaus überschattet Rennen

·Schleudertrauma
und Knieverletzung
Sestriere: Holaus nach Sturz ohne Bewusstsein
·Götschl in Sestriere-
Abfahrt nur Vierte
Vonn gewinnt überlegen
& holt Weltcup-Führung
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Andrea Fischbacher ist endlich der erste Weltcupsieg gelungen. Die 22-jährige Salzburgerin musste sich beim von vielen Stürzen geprägten Super-G in Sestriere ihren Premieren-Sieg aber mit der zeitgleichen Schweizerin Fabienne Suter teilen. Im ÖSV-Lager hielt sich trotz eines starken Team-Resultats wegen eines schweren Sturzes von Maria Holaus der Jubel aber in Grenzen. In der Weltcup-Gesamtwertung liegen Nicole Hosp und Lindsy Vonn nun mit je 983 Punkten gleichauf voran.
Wie schon in der Abfahrt fanden die Skidamen auch im Super-G eine extrem schnelle Kurssetzung vor. Zusammen mit der schlagigen Olympia-Piste ergab das trotz guter Sicht eine gefährliche Mischung, die neben Holaus auch der Kanadierin Emily Brydon und einigen Schweizerinnen wie dem 16-jährigen Talent Lara Gut zum Verhängnis wurde.
Schwerer Sturz von Holaus
Während die anderen Stürze aber glimpflich verliefen, schlug Holaus nach einem Fahrfehler bei Höchsttempo so hart mit dem Kopf auf dem Schnee auf, dass sie das Bewusstsein verlor und ins Netz flog. Die 24-jährige Speed-Spezialistin aus Tirol, die wegen dreier Kreuzbandrisse erst vor einem Jahr im Weltcup debütiert hatte und der vor erst drei Wochen in Cortina der erste Weltcupsieg gelungen war, wurde mit dem Helikopter nach Turin geflogen. Dort wurden zunächst ein Schleudertrauma sowie eine neuerliche Knieverletzung festgestellt.
Das alles passierte unmittelbar nachdem Fischbacher mit Startnummer elf die bis dahin noch eher unbeachtete Bestzeit der mit Nummer zwei gestarteten Suter egalisiert hatte. Die Schweizerin war bisher über Platz 7 nicht hinausgekommen und am Ende daher eine noch viel größere Überraschung als Fischbacher, die zuvor in ihrer Paradesdisziplin Super-G Junioren-Weltmeisterin gewesen war und immerhin schon drei Podestplätze geholt hatte. Damit gab es in den bisherigen sechs Super-G sieben Siegerinnen.
Endlich der Durchbruch?
Mit diesem Sieg sollte der jungen Salzburgerin, die eine Großcousine von Herman Maier ist und die man einst schon als "neue Pröll" bezeichnet hatte, endlich der Durchbruch gelungen sein. Immerhin hatte sich auch Hosp ihren ersten Weltcupsieg bekanntlich gleich mit zwei Läuferinnen teilen müssen.
"Ich denke aber in erster Linie an Maria", sagte Fischbacher, die selbst nicht so genau wusste, warum es nach vielen Ausfällen nun endlich geklappt hatte. "Ich habe nicht viel anders gemacht als sonst. Aber zumindest habe ich größere Fehler ausgelassen, das war wohl der Unterschied", sagte die 22-Jährige aus Eben im Pongau, die zugab: "Dass die Strecke so schnell war, kam mir sicher entgegen."
Den ÖSV-Damen gelang die Revanche für die Abfahrtsschlappe vom Vortag. Mit Fischbacher, Alexander Meissnitzer ("Wieder einmal Vierte!"), Renate Götschl (im 400. Einzel-Rennen 5.) und Elisabeth Görgl (6.) kamen gleich vier ÖSV-Damen in die Top-6. Nimmt man den tollen zehnten Platz der eben erst von einer Verletzung zurückgekehrten Christine Sponring dazu, kamen fünf in die Top-Ten.
Ex-aequo-Führende im Gesamtweltcup
In der Weltcup-Gesamtwertung könnte die Situation elf Einzelrennen vor Schluss nicht spannender sein. Einen Tag nachdem sie Nicole Hosp mit ihrem überlegenen Abfahrtssieg die Führung um drei Punkte entrissen hatte, kam Lindsey Vonn über Platz 16 nicht hinaus. Hosp wurde ihrerseits auch nur 14., damit liegen die beiden nun ex aequo in Führung. Die Deutsche Maria Riesch machte als Dritte im Super-G Boden gut und folgt knapp 100 Zähler dahinter. Der Gesamtsieg im Disziplin-Weltcup ist Riesch aber wohl schon sicher, vor dem letzten Rennen hat sie mehr als 50 Punkte Vorsprung.
Auch Hosp hatte an der gleichen Stelle wie Holaus große Probleme. "Deshalb bin ich froh, gesund im Ziel zu sein", sagte die Weltcup-Titelverteidigerin und sprach durchaus kritisch von einer "Gratwanderung". Sie könne nicht verstehen, dass man einerseits die Ski "sicherer" mache, umgekehrt aber auf gefährlichen Kursen wie in Aspen fahre, sagte Hosp und kritisierte die schnelle Kurssetzung in Sestriere. Selbst wenn das Gelände nicht viel zulasse. "Dann muss man eben mehr aus der Richtung setzen", sagte Hosp.
Sie bekam dabei Unterstützung von Meissnitzer, die ihr erstes Top-Ergebnis seit dem unverschuldeten und fatalen Sturz vergangenen Dezember in Aspen erreicht hatte: "Die Geschwindigkeit hat mich echt überrascht. Das war ein High-Speed-Super-G. Den Sturz von Maria zu sehen, ist für eine Teamkollegen und Freundin echt grausig", sagte die Salzburgerin.
| Endstand | |||
| 1. | Andrea Fischbacher | AUT | 1:21,06 |
| 1. | Fabienne Suter | SUI | 1:21,06 |
| 3. | Maria Riesch | GER | +0,24 |
| 4. | Alexandra Meissnitzer | AUT | +0,38 |
| 5. | Renate Götschl | AUT | +0,47 |
| 6. | Elisabeth Görgl | AUT | +0,52 |
| 7. | Nadia Styger | SUI | +0,59 |
| 8. | Julia Mancuso | USA | +0,84 |
| 9. | Anja Pärson | SWE | +0,90 |
| 10. | Christine Sponring | AUT | +0,91 |
| 11. | Jessica Lindell-Vikarby | SWE | +0,96 |
| 12. | Britt Janyk | CAN | +1,02 |
| 13. | Martina Schild | SUI | +1,04 |
| 14. | Nicole Hosp | AUT | +1,09 |
| 15. | Tina Maze | SLO | +1,13 |
| 16. | Lindsey Vonn | USA | +1,38 |
| 17. | Carolina Ruiz-Castillo | ESP | +1,45 |
| 18. | Kelly Vanderbeek | CAN | +1,59 |
| 19. | Andrea Dettling | SUI | +1,60 |
| 20. | Nadia Fanchini | ITA | +1,83 |
| 21. | Marie Marchand-Arvier | FRA | +1,85 |
| 22. | Ingrid Jacquemod | FRA | +1,93 |
| 23. | Marlies Schild | AUT | +1,94 |
| 24. | Stacey Cook | USA | +1,99 |
| 25. | Kathrin Zettel | AUT | +2,07 |
| 26. | Silvia Berger | AUT | +2,08 |
| 27. | Leanne Smith | USA | +2,16 |
| 28. | Nadja Kamer | SUI | +2,28 |
| 29. | Sarka Zahrobska | CZE | +2,34 |
| 30. | Camilla Alfieri | ITA | +2,55 |
(apa/red)
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