Überlegener Sieg von Herbst in Garmisch: Österreicher im Slalom eine Klasse für sich
- Dominiert Konkurrenz: Sieg mit zwei Mal Bestzeit
- Miller führt weiter im Weltcup, Raich nur auf Platz 11

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Der Salzburger Reinfried Herbst hat den Weltcup-Slalom in Garmisch-Partenkirchen klar dominiert und souverän gewonnen. Auf den weiteren Podestplätzen landeten der Südtiroler Manfred Mölgg sowie der Kroate Ivica Kostelic, während es im ÖSV-Team lediglich für Herbst wunschgemäß lief. Benjamin Raich landete nur auf Platz elf, Wolfgang Hörl wurde 18. Vorjahressieger Mario Matt schied bereits im ersten Durchgang aus, Rainer Schönfelder im zweiten.
Nach dem zweiten Lauf strahlte Herbst unter tiefblauem Himmel mit der bayrischen Wintersonne um die Wette. "Es ist einfach unglaublich, an diesem Tag konnte ich einmal wirklich zeigen, was ich drauf habe", sprudelte es aus dem 29-Jährigen nur so heraus. Der Olympia-Zweite fixierte schon im ersten Durchgang souveräne Laufbestzeit und ging mit 45/100 Sekunden Vorsprung auf Mölgg in den zweiten Lauf, den er ebenfalls als Schnellster beendete.
Nachdem Herbst seinen souveränen Sieg im Ziel vor rund 6.000 Zuschauern realisiert hatte, lief er sofort zu seinen Fans, um einmal vorzufeiern. "Die haben die ganze Zeit über zu mir gehalten, auch in den letzten Rennen, in denen es nicht so lief, in denen ich nie mit mir zufrieden war", bedankte sich Herbst.
Feiern mit den Anhängern
Nach den offiziellen Terminen hatte der Garmisch-Triumphator noch ein Geschenk für die Fans parat: Anstatt nach Hause, nach Unken im Pinzgau, ging es mit dem großen Fan-Reisebus nach München ins Hofbräuhaus zum Feiern mit den Anhängern. "Das habe ich ihnen versprochen, das bin ich ihnen jetzt auch schuldig", betonte Herbst und kündigte an, auch die Rechnung übernehmen zu wollen. Ein Teil der Garmischer Siegesprämie sollte zuvor aber noch auf dem Sparbuch von Söhnchen Felix landen.
Doch nicht nur der Sieger strahlte, sondern auch dessen Chef, Alpindirektor Hans Pum: "Es freut mich unglaublich für ihn. Nach seiner schweren Verletzung hat er unglaublich hart gearbeitet, um wieder zurückzukommen."
Nachdem Herbst im Sommer 2006 beim Fußballspielen einen Kreuzbandriss erlitten hatte, kam er erst in Kitzbühel im Vorjahr in die Mannschaft zurück und qualifizierte sich sogar für die WM in Aare. Für den Salzburger ist der Sieg in Garmisch der zweite nach der Premiere 2006 in Shiga Kogen (Japan).
Raich verringert Rückstand auf Miller
Im Kampf um den Gesamtweltcup sammelte Benjamin Reich als Elfter 24 Punkte und verringerte damit den Rückstand auf US-Spitzenreiter Bode Miller, der bereits im ersten Lauf ausgeschieden war, auf 98 Zähler. In beiden Durchgängen hatte der Pitztaler Fehler und war deshalb mit der Platzierung nicht unzufrieden. "Weil ich gerade im zweiten Lauf gezeigt habe, dass ich doch was drauf habe, dass ich schnell fahren kann", erläuterte Reich. "Jetzt heißt es halt, einfach ruhig weiterarbeiten", kündigte der Weltcup-Gesamtsieger von 2006 an.
Vorjahressieger Mario Matt erwischte hingegen einen rabenschwarzen Tag. Der Arlberger, der seine Grippe auskuriert hatte, schied bereits nach elf Sekunden des ersten Laufes aus. "Es war komisch, ich habe mich verschnitten. Warum, weiß ich selbst noch nicht genau, da müssen erst genauere Videoanalysen her", sagte der 28-jährige Flirscher, der damit im Kampf um die kleine Kristallkugel wichtige Punkte liegen ließ. Denn der Führende in der Slalomwertung, der Franzose Jean-Baptiste Grange, kam nach schweren Fehlern über Platz 25 nicht hinaus.
Hausherr Felix Neureuther, im Vorjahr hinter Matt Zweiter, wurde am Gudiberg zwar enthusiastisch gefeiert, fiel aber nach Platz vier im ersten Durchgang noch auf den 17. Rang zurück. Noch schlimmer erwischte es die Schweizer: Kein einziger Läufer schien im Endklassement auf. Marc Berthod fädelte im ersten Lauf schon beim zweiten Tor ein, noch "besser" machte es Marc Gini, der im zweiten Lauf gleich am ersten Tor scheiterte.
| Endstand | |||
| 1. | Reinfried Herbst | AUT | 1:42,00 Minuten |
| 2. | Manfred Mölgg | ITA | +0,65 |
| 3. | Ivica Kostelic | CRO | +1,18 |
| 4. | Cristian Deville | ITA | +1,29 |
| 5. | Julien Lizeroux | FRA | +1,30 |
| 6. | Mitja Dragsic | SLO | +1,36 |
| 7. | Ted Ligety | USA | +1,40 |
| 8. | Johan Brolenius | SWE | +1,94 |
| 9. | Mitja Valencic | SLO | +2,29 |
| 10. | Mattias Hargin | SWE | +2,41 |
| 11. | Benjamin Raich | AUT | +2,42 |
| 12. | Bernard Vajdic | SLO | +2,50 |
| 13. | Patrick Thaler | ITA | +2,53 |
| 14. | Filip Trejbal | CZE | +2,60 |
| 15. | Giorgio Rocca | ITA | +2,68 |
| 16. | Anton Lahdenperä | SWE | +2,69 |
| 17. | Felix Neureuther | GER | +2,76 |
| 18. | Wolfgang Hörl | AUT | +2,77 |
| 19. | Kentaro Minagawa | JPN | +2,80 |
| 20. | Martin Hansson | SWE | +3,16 |
| 21. | Giuliano Razzoli | ITA | +3,25 |
| 22. | Markus Larsson | SWE | +3,38 |
| 23. | Jukka Leino | FIN | +3,40 |
| 24. | Krystof Kryzl | CZE | +3,56 |
| 25. | Jean-Baptiste Grange | FRA | +3,65 |
| 26. | Kilian Albrecht | BUL | +11,72 |
| 27. | Christian Wanninger | GER | +35,20 |
(apa/red)
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