Norweger Jacobsen siegt in Liberec: Favorit
Morgenstern landet lediglich auf Platz Acht
- Schlierenzauer auf Platz Zwei, Koch auf Platz Drei
- Morgenstern erflog eines seiner miesesten Ergebnisse
Thomas Morgenstern hat im zweiten Weltcup-Skispringen in Liberec mit Rang acht sein "schwächstes" Saisonresultat verzeichnet und muss damit zumindest bis zum kommenden Wochenende auf die Krönung zum Gesamtsieger warten. Bei der WM-Generalprobe für 2009 triumphierte der Norweger Anders Jacobsen zum ersten Mal in der Saison, mit 128,5 und 130,0 Metern setzte er sich vor den zwei Österreichern Gregor Schlierenzauer (127,0/128,5/3,9 Punkte zurück) und Martin Koch (132,5/124,0/4,1 zurück) durch.
Jacobsen sprang mit Finalbestweite von Rang drei zu seinem insgesamt fünften Erfolg im Weltcup und überflügelte wie bei der vorjährigen Vierschanzen-Tournee den Tiroler Schlierenzauer. Der Norsker war exakt ein Jahr sieglos geblieben. Der 18-jährige Schlierenzauer war aber auch mit Rang zwei, der Wiederholung seiner Vortagesplatzierung, zufrieden, denn der zweifache Saisonsieger hatte sich im Finale von Rang neun enorm verbessert - auf seinen bereits sechsten Ehrenplatz des Winters.
Koch hatte es nach der Tageshöchstweite von 132,5 Metern in der Hand, seinen Premierensieg zu feiern. Doch der 26-Jährige muss auf die Erfüllung eines seiner großen Saisonziele vorerst weiter warten. Immerhin holte er wie zuletzt in Sapporo Rang drei und hält nun bei insgesamt vier zweiten und sechs dritten Plätzen. "Er war noch nicht so oft in dieser Situation, ich bin überzeugt, dass er es noch schafft, ganz oben zu stehen", meinte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner. "Der letzte Sprung war in dieser Situation gut, aber etwas zuwenig."
Morgenstern hat am Wochenende in Willingen die Chance, sich zwölf Jahre nach Andreas Goldberger endgültig die Kristallkugel zu sichern. Gelingt ihm der elfte Saisonerfolg, dann wäre er in den letzten sechs Saison-Beweben unabhängig vom Abschneiden der Konkurrenz nicht mehr einzuholen. Nach den zwei Springen in Liberec hat er bei sieben ausstehenden Bewerben 588 Punkte Vorsprung auf Schlierenzauer und 647 auf den Finnen Janne Ahonen, der am Samstag Fünfter wurde.
Ein kleiner Fehler
Ein kleiner Fehler zeigte des Doppel-Olympiasiegers Morgenstern im ersten Durchgang große Wirkung. "Der erste Sprung war nicht ganz so gut, das hat bei diesen schwierigen Bedingungen mit Rückenwind ziemlich aufgetragen", sagte Coach Pointner zum 13. Halbzeitrang des 21-jährigen Saison-Dominators, dem im Finale eine Verbesserung gelang.
Die weiteren Anwärter auf einen ÖSV-Startplatz bei der Skiflug-WM blieben neuerlich etwas zurück. Wolfgang Loitzl landete an der 14. Stelle, Andreas Kofler musste sich mit Rang 21 begnügen. Er wird mit Pointner kommende Woche in Seefeld ein "Spezialtraining" absolvieren. (APA/red)

