Afrika Cup: Halbfinal-Partien stehen fest -
Ägypten und Kamerun gelang der Aufstieg
- "Unbezähmbare Löwen" nach wahrem Kraftakt weiter
- Manipulationsvorwürfe von Chelsea-Stürmer Drogba

·ERGEBNISSE des Afrika-Cups in Ghana
Gruppen, Spieltermine & Resultate auf einen Blick
·Prominente Coaches beehren Afrika-Cup
Viele illustre Trainer bei den Teilnehmer-Ländern
Dank eines wahren Kraftaktes hat sich die kamerunische Fußball-Nationalmannschaft im bisher spannendsten Duell des 26. Afrika-Cups ins Halbfinale vorgekämpft. Nach einem 3:2-Zittersieg nach Verlängerung gegen Tunesien gehen die "unbezähmbaren Löwen" jedoch als Außenseiter in die Vorschlussrunde gegen Gastgeber Ghana am Donnerstag (18.00 Uhr).
Trotzdem glaubt Coach Otto Pfister an den großen Coup bei der afrikanischen Kontinental-Meisterschaft, den Kamerun zuletzt 2002 unter Winnie Schäfer geschafft hatte. "Wir haben nur zwei Tage Pause vor dem Halbfinale, aber wir werden gut schlafen, uns ausführlich behandeln lassen, und dann werden wir bereit sein", erklärte der 70-jährige Deutsche vor der Partie gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Pfister hatte die "Black Stars" von 1989 bis 1995 betreut.
Kameruns neuer Spielstil
Unter Afrikas "Trainer des Jahres" von 1992 hat sich der Stil Kameruns gewandelt. Die bei vormaligen Großereignissen oft verspielt wirkenden Löwen agieren weitaus "bissiger" als erwartet, harte Tacklings an der Grenze zur Roten Karte eingeschlossen. "Es gab zwei Teams, eines mit Qualität und eines mit Schnelligkeit. Aber die physische Stärke unserer Gegner hat den Ausschlag zu deren Gunsten gegeben", meinte Tunesiens Coach Roger Lemerre.
Die Stärke der Kameruner ist laut Pfister auch Teil des taktischen Kalküls. "Ich bevorzuge, lieber 3:2 oder 5:4 zu gewinnen als 1:0. Man kann afrikanische Spieler nicht zurückhalten und sie in ein taktisches Konzept pressen", analysierte der Deutsche, dessen Team in vier Spielen bereits 13 Tore erzielt hat. In den vergangenen zwei Cup-Turnieren war Kamerun sowohl in Tunesien 2004, als auch in Ägypten 2006 nicht über das Viertelfinale hinausgekommen.
Manipulationsvorwürfe von Drogba
Das zweite Halbfinale zwischen Titelverteidiger Ägypten und der Elfenbeinküste (21.30 Uhr) wurde im Vorfeld hingegen von Manipulationsvorwürfen überschattet. Chelseas Torjäger Didier Drogba erklärte, bei der Wahl zu Afrikas Fußballer des Jahres habe es eine Schiebung gegeben. Nicht Gewinner Frederic Kanoute (Mali), sondern er selbst sei ursprünglich als Sieger vorgesehen gewesen. Der afrikanische Verband CAF habe ihn jedoch zurückgestuft, weil er sein Erscheinen bei der Preisverleihung in Lome/Togo abgesagt hatte.
"Aus Respekt vor meinen Kollegen wollte ich nicht zur Preisverleihung reisen. Schließlich sind wir noch im Turnier. Ein CAF-Funktionär sagte mir jedoch, wenn Du nicht kommst, bekommt der Zweitplatzierte die Auszeichnung", sagte Drogba und kündigte an, in Zukunft bei der Wahl nicht mehr mitmachen zu wollen. (apa/red)
